Veränderungen in der IT 
Persönliche und branchenbezogene Beobachtungen

Veränderungen in der IT: Persönliche und branchenbezogene Beobachtungen

Wir alle erleben Veränderungen tagtäglich auf die eine oder andere Weise – es ist allerdings die Frage, welchen Einfluss sie auf die eigene Person haben. Denn es gibt Unterschiede, wie jeder einzelne von uns Veränderungen empfindet und wie häufig er bisher damit umgehen musste. Für manche bricht eine Welt zusammen, wenn der Lieblingsjoghurt nicht mehr produziert wird, ein anderer findet schnell Ersatz. Auch Unternehmen, insbesondere IT-Unternehmen, sind stetig Veränderungsprozessen unterworfen. Ohne eine Blaupause zeichnen zu wollen, möchte unser Autor einige Beobachtungen über die persönliche Veränderungsanpassung aufzeigen, die seines Erachtens allgemeine Gültigkeit besitzen. Denn wir stehen nicht allein mit Veränderungen da: Auch unsere Kunden müssen sich aktuell massiv verändern.

IT-Verständnis und eigenes Selbstbild

Veränderungen können zwei Ursachen haben: Eine externe Ursache oder eine intrinsisch gesteuerte (zum Beispiel: ich möchte mehr Sport machen). Einen zusätzlichen Einfluss scheint der Fakt zu haben, wie häufig man in der Vergangenheit bereits mit Veränderungen konfrontiert wurde. Letztlich scheinen Personen aus der IT häufiger mit Veränderungen konfrontiert zu sein als andere.

Die IT ist ständig im Wandel. Es ist Teil unserer Branche, sich ständig transformieren zu müssen: Kein Tag, wo nicht etwas Neues erscheint, neue Konzepte weitere Erkenntnisse bringen oder sich äußere Einflüsse in der IT manifestieren (Homeoffice bedingt beispielsweise Veränderungen in der Infrastruktur). Auf diese Veränderungen reagiert man sinnvoller Weise mit Lernen. Je nach Häufigkeit der Veränderungen besitzt man ein individuell angefertigtes Vorgehensmodell. Zumeist nimmt man sich der Herausforderung an und freut sich sogar darauf. Irgendwie ist man aus dem andauernden Lernen in der IT aber auch nie herausgekommen. Ich habe auch noch nie jemanden in dem Bereich getroffen, der Angst vor neuen Herausforderungen hatte.

Gerade wenn man etwas Neues und Unbekanntes angeht, gibt es zwei verschiedene Personas: Diejenigen, die sich einer Herausforderung stellen, und jene, die sich scheuen. Denn geht man eine Veränderung an, ist man nicht geschützt davor, auf dem Weg zu scheitern. Veränderungen sind einfacher, wenn man alle Umstände kennt und einem alle Informationen vorliegen. Aber nicht immer ist das gegeben. Der eine sagt: “Ich probiere es aus. Wenn ich mein Ziel so nicht erreiche, dann habe ich Erfahrung gesammelt und gehe es das nächste Mal anders an.” Der andere hat mehr Angst und verschließt sich dem möglichen Lernprozess dahinter: “Wie stehe ich dann da, wenn es nicht funktioniert? Respektieren mich meine Kollegen dann überhaupt noch?” Erstgenannten offenen Typus bezeichnet man als das „dynamische Selbstbild“, letzteren eher als „statisches Selbstbild“ .

Lernen als Schlüssel

Einen Unterschied scheint es also zu machen, ob man häufig den Lernprozess anwendet oder nicht. Der Volksmund sagt, dass man letztlich jung bleibt, wenn man jeden Tag etwas Neues lernt. Aber ist das evolutionär betrachtet überhaupt sinnvoll? Wozu lernt man? Im Grunde genommen lernt man, um Erfahrungen zu machen und Abfolgen zu standarisieren.

Gerade letzteres ist immens wichtig, denn sobald wir Abläufe standarisiert haben, werden wir schneller. Beispiel: Zähneputzen. Denken Sie heute noch aktiv über das Zähneputzen nach? Wahrscheinlich sind Sie, genau wie ich, in einer Art „Autopilot“ und in zwei Minuten fertig, während Sie über andere Themen sinnieren. Was aber wäre, wenn ich Ihnen eine Methode zeige, die noch effektiver und schneller ist? Würden Sie diese ausprobieren? Meine Vermutung ist, dass 75% jetzt sagen: “Wozu? Ich habe es einmal gelernt und das reicht mir.”

Diese Reaktion ist evolutionär betrachtet auch völlig normal und typisch. Das junge Alter ist dazu da, um zu lernen, sodass man später auf das Gelernte zurückgreift und es anwendet. Nicht in allen Bereichen kann das jedoch so statisch angelegt werden. In einigen ist es sogar von existenzieller Bedeutung, nicht im “Jetzt”-Zustand zu verweilen.

Parallelen ziehen

Wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, haben sich viele Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen besonnen. Produkte wurden standarisiert und optimiert, sodass sie hinsichtlich der Produktion meist günstiger wurden.

Gleiches gilt für die Kosten am Markt: IT-Systeme mussten einfach billiger werden. Anstatt sich aber mit Veränderungen zu beschäftigen (Was gibt es an Neuerungen und Innovationen auf dem Markt?), wurde genau an dieser Stelle gespart – und der Markt repektiert Tradition nicht. Kodak beispielsweise hatte sein Kerngeschäft im Verkauf von Fotopapier. Ein Mobiltelefon mit einer Kamera – so einen Frankenstein braucht keiner. Oder ein anderes Beispiel: Microsoft. Während Lizenzen für Windows und Office noch den größten Teil der Einnahmen ausmachten, begann ein kleines Projekt namens „Windows Azure“. Heutzutage sind Windows und Office nicht mehr in der Art und Weise interessant wie früher. Hingegen ist Azure als Cloud-Computing-Plattform aktuell eine der wichtigsten Entwicklungen von Microsoft und alles deutet darauf hin, dass hier die Technologie der Zukunft liegt. Von diesen Beispielen gibt es noch viele weitere – und es zeigt auf, dass nur diejenigen, die sich dem Markt anpassen, auch wirklich weiterkommen.

Veränderungen sind schwierig und kosten viel Kraft und Geld. Wenn sich die Kunden dem verschließen, ist die Frage, ob sie dies auch überleben werden. Somit müssen wir nicht nur Veränderungen gegenüber offen sein, sondern auch unsere Kunden dahingehend beraten und eine helfende Hand geben, sie zu begleiten. Denn nur so erhält man die Möglichkeit, vernünftig „by your side“ dem Kunden zur Seite zu stehen.

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  • Dienstag 19 März 2019

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Autor

Peter Nowak Cloud Specialist

Infrastructure and Apps, Digital Transformation & Innovation

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