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Unternehmens-entwicklung im Kontext von Legacy Applikationen

Unternehmensentwicklung im Kontext von Legacy Applikationen

Die meisten Unternehmen, die bereits länger erfolgreich am Markt agieren, haben im Lauf der Jahre spezifische Business Applikationen entwickelt, die ihre Prozesse optimal unterstützen. Im Fall neuer Anforderungen werden die Applikationen regelmäßig so angepasst und funktional erweitert, dass die Unternehmensprozesse jederzeit optimal abgebildet werden. Die zugrunde liegenden, oftmals veralteten Architekturen sowie die eingesetzten Technologien setzen der Weiterentwicklung jedoch immer engere Grenzen und machen Anpassungen aufwendig und teuer. Wie aber kann die notwendige Modernisierung der Legacy Applikationen erreicht werden?

Das Vermächtnis der Legacy Applikationen

Applikationsarchitekturen haben sich kontinuierlich weiterentwickelt. Die Architektur einer Legacy Applikation hängt daher in der Regel vom Zeitraum ab, in dem die Applikation ursprünglich entwickelt wurde. So findet man heute noch große monolithische Applikationen, die ihren Ursprung in einer Mainframe Umgebung der 60er bis 70er Jahre haben, Client-Server-Applikationen aus den 80er und 90er Jahren und Applikationen auf Basis einer Service-orientierten Architektur (SOA), die ab 2000 entstanden sind.

Meistens findet man in den Unternehmen nicht nur eine einzelne Legacy Applikation sondern ein ganzes Portfolio. Die einzelnen Applikationen stammen zudem noch aus unterschiedlichen Zeiten, basieren daher auf verschiedenen Architekturen und Technologien, sind aber meistens dennoch miteinander verwoben. Entweder arbeiten sie auf gemeinsamen Datenbeständen oder sie kommunizieren über Schnittstellen miteinander. Die damit verbundene Komplexität macht eine Modernisierung der Applikationen nicht gerade einfacher.

Der Weg in die Moderne

Um die Vorteile der modernsten, heute verfügbaren Cloud Technologien optimal nutzen zu können, sollte eine Applikation möglichst modular aufgebaut sein und im Idealfall auf Microservices in Container-Technologie basieren. Die Kommunikation der Microservices untereinander und mit anderen Applikationen sollte über einfache, standardisierte Schnittstellen (APIs) erfolgen. Vorteilhaft ist hierbei eine lose Kopplung, z. B. über einen sogenannten Service-Bus. Um darüber hinaus auf neue Anforderungen schnellstmöglich reagieren zu können, müssen Entwicklung, Test und Betrieb so weit wie möglich ganzheitlich betrachtet werden (DevOps).

Aber wie können bestehende Applikationen in eine moderne Architektur überführt werden? Wo soll man anfangen? Wie kann man effizient Chancen erkennen (Quick Wins) und Risiken vermeiden? Zur Beantwortung dieser Fragen ist eine detaillierte Analyse des Applikationsportfolios notwendig.

Die richtige Analyse

Die Analyse des Applikationsportfolios muss betriebswirtschaftliche und technische Aspekte beleuchten. Zu den betriebswirtschaftlichen Aspekten gehört als erstes sicher die Frage der Relevanz einer Applikation für das Business: Von wie vielen Endanwendern wird die Applikation genutzt? Wie viele Major und wie viele Minor Releases werden pro Jahr freigegeben? Was würde passieren, wenn die Applikation einmal nicht verfügbar wäre? Wie viele Entwickler (FTEs) sind mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung befasst und wie viele Mitarbeiter (FTEs) kümmern sich um den Support?

Zur technischen Bewertung einer Applikation kann das sogenannte „Well Architectured Framework“ herangezogen werden. Dieses Framework gliedert die Kriterien zur Bewertung einer Architektur in fünf Kategorien:

  • Reliability meint die Fähigkeit eines Systems, sich von Fehlern zu erholen und weiter zu funktionieren, der Begriff steht somit für Robustheit und Verfügbarkeit
  • Security beschreibt den Schutz einer Applikation hinsichtlich Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit vor vorsätzlichen Angriffen und dem Missbrauch der Daten und Systeme
  • Operational Excellence bewertet die für den Regelbetrieb notwendigen Prozesse wie Deployment, Monitoring, Backup/Recovery, Update, etc.
  • Performance Efficiency bedeutet die Fähigkeit eines Systems, sich an Laständerungen anzupassen
  • Cost Optimization meint das Management der Kosten zur Maximierung des erzielten Business Value

 

Zur möglichst objektiven Bewertung einer Applikation nach den Kriterien in diesen Kategorien müssen eine Vielzahl von Fragen beantwortet werden: Wie gut ist die Code Qualität, wie elegant ist der Code entwickelt, wie ist die Lesbarkeit? Wie groß sind technischen Schulden bzw. Altlasten einer Applikation? Welche Prozesse existieren für die Automation, für Release-Vorbereitungen, für Tests und Deployments?

Eine systematische Analyse des Applikationsportfolios bedeutet einen nicht unerheblichen Aufwand. Die Analyse kann in Teilbereichen mit geeigneten Tools unterstützt werden, sie erfordert jedoch in jedem Fall die Expertise eines erfahrenen Partners.

Auf Basis der Analyse-Ergebnisse ist es dann möglich, eine tragfähige Strategie zur Applikationsmodernisierung abzuleiten, die die notwendigen Einzelmaßnahmen priorisiert und unter Berücksichtigung von Kosten und Nutzen auf einem Zeitstrahl anordnet.

Die möglichen Einzelmaßnahmen können in folgende vier bis sechs Kategorien gruppiert werden:

  • Rehost bedeutet, dass die Anwendungskomponente in der Cloud-Infrastruktur neu bereitgestellt wird, ohne dass ihr Code, ihre Merkmale oder Funktionen geändert werden. Dieses vorgehen wird oft auch als „Lift & Shift“ bezeichnet. Ziele sind, eine Application schnell und mit geringstmöglichem Aufwand in die Cloud zu migrieren. Das Kosteneinsparpotenzial ist hierbei in der Regel sehr gering, oftmals gar nicht vorhanden.
  • Replatform:  es wird auf eine neue Laufzeitplattform (PaaS) migriert, wobei nur minimale Änderungen am Code, aber nicht an der Codestruktur, den Merkmalen oder Funktionen vorgenommen werden. Ziele hierbei sind die Erreichung einer erhöhten Ausfallsicherheit, Skalierbarkeit, Sicherheit sowie eine Optimierung der Kosten. Einer der Mehrwerte gegenüber Rehost ist, dass die notwendige Verwaltung der Infrastruktur, wie z. B. das Patching von Betriebssystemen und Systemdiensten vom Cloud Provider erfolgt und nicht mehr mit eigenem Aufwand abgedeckt werden muss.
  • Refactor heißt, den vorhandenen Code umzustrukturieren und zu optimieren (allerdings nicht sein äußeres Verhalten), um technische Schulden zu beseitigen und nichtfunktionale Eigenschaften zu verbessern. Ziele hierbei sind, die Vorteile jedes Cloud-Dienstes voll auszuschöpfen und eine deutlich größere Kostenoptimierung zu erreichen.
  • Rebuild meint, dass die Anwendungskomponente unter Beibehaltung ihres Umfangs und ihrer Spezifikationen von Grund auf neu entworfen und entwickelt wird.

 

Über die vier vorgenannten Maßnahmenkategorien hinaus findet man oft auch noch die Kategorien Retire und Retain, die jedoch beide für Applikationsmodernisierungsvorhaben uninteressant sind. Retire bedeutet letztlich, eine Applikation außer Betrieb zu nehmen und kommt deshalb nur in Betracht für Applikationen, die keinen Business Value liefern, die also nicht (mehr) benötigt werden. Und Retain bedeutet, eine Applikation so zu belassen wie sie ist, also diese nicht zu modernisieren. In diese Kategorie fallen nur solche Applikationen, die zwar benötigt werden, die jedoch auf aktuellem Stand sind und daher eine Modernisierung nicht erforderlich ist oder die sich aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll modernisieren lassen.


Was Sie zu gewinnen haben

Zugegeben: ein Vorhaben zur Applikationsmodernisierung bestehend aus zahlreichen Einzelmaßnahmen ist in der Regel ein großes Projekt oder sogar ein aus mehreren Projekten bestehendes Programm. Es erstreckt sich typischerweise über ein oder mehrere Jahre und erfordert erhebliche Investitionen. Die Entscheidung für den Startschuss zu einem solchen Projekt verlangt vom Management ein erhebliches Maß an Weitsicht und Mut. Aber für die Weiterentwicklung eines Unternehmens lohnt es sich und  ist manchmal sogar unabdingbar.

Die wesentlichen Vorteile sind:

  • Verkürzte Entwicklungszeiten (Time to Market) für neue Business Funktionen
  • Gesteigerte Sicherheit gegenüber vorsätzlichen Angriffen und Missbrauch der Daten
  • Höherer Stabilität, höhere Robustheit und Verfügbarkeit der Applikation
  • Verbesserte Skalierbarkeit, schnellere und automatische Reaktion auf Laständerungen
  • Geringere Kosten für Weiterentwicklung, Betrieb und Support
  • Ermöglichung gänzlich neuer Business Modelle durch Verwendung moderner Cloud Dienste wie Machine Learning, Artificial Intelligence, etc.


Der Nutzen moderner Architekturen und Technologien für die weitere Unternehmensentwicklung ist einfach zu groß, um diesen nicht auszuschöpfen. Nichts zu tun ist langfristig die teuerste Option. Welches Unternehmen kann sich das schon leisten?

Für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens ist es essentiell, dass alle relevanten Geschäftsprozesse jederzeit optimal durch geeignete Business Applikationen unterstützt werden und dass neue Anforderungen zeitnah umgesetzt werden.

Im Fall von Legacy Applikationen, die auf veralteten Architekturen und Technologien basieren, wird die Umsetzung neuer Anforderungen zunehmend aufwendig und teuer. Eine Modernisierung dieser Applikationen ist unumgänglich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten.

Eine Applikationsmodernisierung ist aufwendig und komplex, aber nichts zu tun ist langfristig keine Option. Daher ist es ratsam, mit Hilfe eines erfahrenen Experten eine sorgsame Analyse des Applikationsportfolios vorzunehmen und auf Basis der Ergebnisse eine fundierte Modernisierungsstrategie zu entwickeln.

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Autor

Dr. Stefan Fries

Cloud Solution Sales – Application Services

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