COMPAREX wird SoftwareONE. Ab dem 1. April wird die COMPAREX AG ihren Markenauftritt in SoftwareONE ändern. Die Markenkonsolidierung ist Teil eines laufenden Integrationsprozesses im Zuge des Erwerbs der COMPAREX AG durch SoftwareONE.
Fusion von Red Hat und IBM

Chancen & Risiken

Was ändert sich für Kunden durch die Fusion von Red Hat und IBM?

Was ändert sich für Kunden durch die Fusion von Red Hat und IBM?

Mit der Akquisition des Open-Source-Unternehmens Red Hat hat sich IBM zum führenden Hybrid-Cloud-Anbieter entwickelt. Für Kunden bietet die Integration von Red Hat Software in das IBM Portfolio zahlreiche Vorteile. Aber wie wirkt sich der Zusammenschluss auf bestehende Lizenzverträge aus? Der Blogbeitrag beantwortet ein paar wichtige Fragen rund um das Thema.

Hybride Infrastrukturen zählen heute in den meisten Unternehmen zum Standard. Denn auch wenn der Einsatz von Public Cloud Services zunimmt, wird es immer Workloads geben, die man lieber im eigenen Haus behält. Unternehmen möchten frei entscheiden, welche Art von Cloud sie einsetzen – nicht nur ob Public Cloud oder Private Cloud, sondern auch verschiedene Hyperscaler. So können sie für jeden Anwendungsfall die jeweils beste Option wählen. Doch Voraussetzungen und Anforderungen können sich schnell ändern. Daher ist es wichtig, dass sich Applikationen jederzeit und ohne großen Aufwand zwischen verschiedenen Infrastrukturen verschieben lassen.

Genau diese Unabhängigkeit bieten IBM und Red Hat. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Container-Orchestrierungsplattform OpenShift. OpenShift ist die Kubernetes-Distribution von Red Hat und eine der beliebtesten Plattformen zur Container-Orchestrierung. Sie ermöglicht es, Applikationen und Middleware in standardisierte Container zu packen – samt aller erforderlichen Komponenten, um diese lauffähig zu machen. Dadurch wird die Software von der darunter liegenden Infrastruktur losgelöst. Indem man den Container verschiebt, kann man Anwendungen problemlos von einer Umgebung in eine andere bewegen: von der Private Cloud in die Public Cloud oder von einem Provider zum nächsten.

Basierend auf diesen Möglichkeiten stellt IBM eine große Zahl seiner Produkte zusammen mit OpenShift-Komponenten sowie weiteren Tools in sechs verschiedenen Bundles, den sogenannten Cloud Paks, bereit: Cloud Pak for Data, Cloud Pak for Business Automation, Cloud Pak for Watson AIOps, Cloud Pak for Integration, Cloud Pak for Network Automation und Cloud Pak for Security. Diese Softwarelösungen ermöglichen es Kunden, bestehende Anwendungen zu modernisieren und diese sowie neue Anwendungen flexibel dort einzusetzen, wo sie es wünschen – On-Premises im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud Ihrer Wahl. 

Was bedeutet das für bestehende Lizenzverträge?

Bisher sind bestehende Lizenzverträge durch den Zusammenschluss von IBM und Red Hat nicht direkt betroffen. Es ist jedoch durchaus möglich, dass IBM künftig die Lizenzmetriken für einzelne Produkte ändert, um sie an die VPC-Metrik (Virtual Processor Core) der Cloud Paks anzugleichen, auf die der Hersteller jetzt fokussiert. Eine Änderung von Lizenzmetriken kann sowohl im Rahmen von Wartungsverlängerungen aber auch bei Zukäufen relevant werden. 
Außerdem lohnt es sich auf jeden Fall, einmal zu prüfen, ob sich die bestehenden Produkte in ein Cloud Pak oder eine Produktevolution upgraden lassen. Je nach Einzelfall können Sie vielleicht auf eine günstigere Lizenzmetrik umsteigen und Kosten sparen oder von inkludierten Zusatzservices profitieren. Gerade wenn Sie über die Modernisierung und Containerisierung Ihrer Applikationen nachdenken, bieten die Cloud Paks ein enormes Potenzial.

Welche Compliance-Risiken gibt es durch die Fusion?

Um Compliance-Verstöße zu vermeiden, sollten Sie die Lizenzmetriken Ihrer Bestandsprodukte im Blick behalten. So können Sie auf mögliche Änderungen der Metriken schnell reagieren. Zudem besteht bei allen Vorteilen gerade auch im Umfeld der Cloud Paks ein erhöhtes Risiko. Denn es kann leicht einmal passieren, dass man Werte falsch umrechnet oder bei der Berechnung von gebündelten Produkten Fehler macht. Für Cloud Pak-Produkte, die Container-basiert in OpenShift-Umgebungen verwendet werden, stellt IBM das „License Service“ Tool zur Verfügung. Dieses ermittelt die tatsächliche Nutzung und berechnet (ähnlich wie das ILMT) den daraus resultierenden Lizenzbedarf, gemäß den Umrechnungsfaktoren der einzelnen Produkte. Wie beim IBM License Metric Tool (ILMT) müssen auch hier Dokumentationspflichten eingehalten werden um eine Lizenzcompliance zu gewährleisten.

Darüber hinaus sollten Sie jetzt schon im Kopf behalten, dass die Lizenzierung nach VPC (Virtual Processor Core) laut IBM in Zukunft ILMT-pflichtig wird. Kunden müssen dann das komplexe IBM License Metric Tool einsetzen und regelmäßig Reports erstellen. Passieren dabei Fehler, kann es teuer werden. Für PVU-Lizenzen (Processor Value Unit) gilt die ILMT-Pflicht bereits. Am besten treffen Sie schon einmal die richtigen Vorbereitungen, zum Beispiel mit den IBM ILMT Services von SoftwareONE. Unsere spezialisierten Techniker helfen Ihnen dann, die ILMT-Umgebung richtig aufzusetzen und zu warten.

So ermitteln Sie, ob Handlungsbedarf besteht

Um festzustellen, ob für Sie aufgrund der Fusion von IBM und Red Hat aktiv werden müssen, sollten Sie Ihren Lizenzbestand prüfen. 

  • Ist der aktuelle Produkteinsatz im Einklang mit der Lizensierung? 
  • Gibt es sinnvolle Alternativen, zum Beispiel im Rahmen einer Cloud-Pak-Lizenzierung? 
  • Welche Lösung passt zu Ihrer Unternehmensstrategie? 

Diese Fragen lassen sich am besten mithilfe eines Compliance-Health-Checks beantworten. Unsere IBM Experten führen dann eine Audit-Simulation durch, in der sie die bestehende Lizenzierung auf Herz und Nieren prüfen. Sie decken dabei nicht nur mögliche Compliance-Verstöße auf, sondern identifizieren auch obsolete Lizenzen und Möglichkeiten zur Kostenoptimierung. Außerdem beraten die Consultants Sie zur richtigen Lizenzstrategie. Diese sollte darauf abgestimmt sein, wie Sie Ihre Infrastruktur im IBM Umfeld weiterentwickeln möchten. 

Neben den genannten IBM Advisory Services bieten wir in unserem SoftwareONE IT Campus zudem zahlreiche Schulungen für IBM Lizenzmanager an:

Kurs: DTL33 - Herausforderung Lizenzaudit 

Kurs: DTL23 - IBM Lizenzierung Basic 

Kurs: DTL55 - ILMT (IBM License Metric Tool) Training für Lizenzmanager 

Kurs: DTL56 - IBM Metriken PVU, VPC und RVU (DB2, Filenet, Spectrum Protect) 

Lieber proaktiv als reaktiv

Es empfiehlt sich, nicht erst auf einen Audit zu warten und gegebenenfalls hohe Strafen in Kauf zu nehmen, sondern proaktives Lizenzmanagement zu betreiben. So können Sie nicht nur rechtzeitig Risiken identifizieren, sondern auch nicht mehr benötigte Lizenzen aussortieren oder gegebenenfalls auf günstigere Konditionen umsteigen. Fakt ist: IBM auditiert weiterhin aktiv, und viele Kunden verlieren im sehr komplexen IBM Umfeld wichtige Details aus den Augen. Das bringt teils enorme Auditrisiken mit sich. Wir begleiten Kunden daher gerne dauerhaft mit unseren Services. Wenn ein Audit ansteht, unterstützen wir mit passgenauer Vorbereitung und Auditbegleitung.

 

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Wir unterstützen Sie vom Anfang des Software Lifecycles bis zum Schluß: Also von den ersten Verhandlungen, dem Kauf, über Themen wie Audits oder Renewals bis hin zum Supportende. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

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Autor

Steve Kiesewetter

Steve Kiesewetter

Consultant IBM Advisory Services

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