Azure Migration

Azure VMware Solution  

vSphere- Infrastrukturen nahtlos auf Azure migrieren

Azure VMware Solution – Überblick, Technik, Kosten

Nach den gemeinsamen Angeboten von VMware mit IBM, Google, Oracle und natürlich AWS kommt nun die Azure VMware Solution (AVS) mehr und mehr ins Rampenlicht. AVS soll dabei die nahtlose Migration von VMware Workloads in die Azure-Cloud ermöglichen. Ähnlich wie bei VMware Cloud on AWS wird auch in den Azure-Rechenzentren der VMware Cloud Foundation (VCF) Stack „bare metal“ auf die Server aufgespielt, also ganz so wie man das auch im eigenen Rechenzentren machen würde.

Heißt in Werbebildern gesprochen: in Villabajo (On-Premise-Datacenter) läuft das gleiche Programm wie in Villarriba (Azure-Datacenter). Nur im modernen Villarriba (Azure) wird schneller wieder gefeiert, weil alles in einem eigens dafür neu gebauten Viertel läuft. Denn es handelt sich auch in der Cloud um eine dedizierte Kundenumgebung: Eine Private Cloud, pro Host mit nur einem Kunden und dem vollständigen VMware SDDC-Solution-Stack – vSphere, vSAN, NSX sowie den Management- und Automationskomponenten.

Über Partner wie SoftwareONE ist Microsoft gegenüber Kunden der einzige Vertragspartner und verantwortlich für Betrieb und Support des gesamten Angebots. Außerdem können Kunden die speziellen Azure-Vorteile nutzen, wie z.B. Vergünstigungen über Azure Hybrid Benefit oder reservierte Instanzen sowie kostenlose Extended Security Updates für SQL- und Windows-Server 2008. Speziell für den Einsatz der Microsoft Server-Lösungen lohnt sich unter Umständen schon deswegen der Blick auf AVS.

Nach einigen Monaten, in denen das Angebot nur für ausgewählte und eingeladene Kunden verfügbar war, wurde auf der Microsoft Ignite 2020 im September die generelle Verfügbarkeit (General Availiblity) verkündet und kurz danach auch auf der VMworld von VMware laut zelebriert. AVS ist bisher in einigen US-Regionen, Westeuropa und Australien verfügbar, weitere Regionen sollen bald folgen. Generell verfügbar heißt, dass die Lösung voll in die Azure- und CSP-Preislisten integriert ist. Kunden mit Großvolumenverträgen und „Committed Consumption“ (also einem vorab vereinbarten Cloud-Kontingent) können AVS auch über diesen Weg nutzen.

Um Verwirrungen vorzubeugen: Bereits 2019 startete ein ähnliches (3rd-Party) Angebot von CloudSimple, welches mit der Microsoft eigenen Lösung ersetzt wird. 

Ein vollständiger VMware Cloud Foundation Stack

Azure VMware Solution basiert auf VMware Cloud Foundation (VCF) mit allen darin enthaltenen Management- und Virtualisierungslösungen für Compute, Storage und Netzwerk. Es sind die gleichen VMware Technologien, die auch lokal oder in anderen Cloud-Umgebungen zum Einsatz kommen. Das ermöglicht die einfache Migration und Modernisierung einer vSphere-Infrastruktur. Außerdem können dadurch vorhandene Fähigkeiten und Prozesse beibehalten werden, während gleichzeitig die Vorteile der Cloud zur Verfügung stehen, wie etwa per Kopfdruck eine vollständige VCF-Umgebung auf der Azure-Infrastruktur auszurollen, die in ihrer Leistung nach Bedarf skaliert werden kann.

Die Validierung als „VMware Cloud Verified“ und die enge Zusammenarbeit beider Entwicklerteams soll auch zukünftig maximale Kompatibilität gewährleisten. Workflows und Verwaltungstools bleiben zwischen allen Umgebungen konsistent und ein breites Spektrum von Drittanbieterlösungen lässt sich weiterhin nutzen. Dieses „Consistent Operations“ ist Teil des Designs und stellt sicher, dass Kunden vorhandene Investitionen weiterhin einsetzen können, wie Tools und Skripte für die Automatisierung. Letztlich soll dadurch die Komplexität selbst in Multi-Cloud-Szenarien im Zaum gehalten werden.

azure vmware solution infrastructure
Abbildung: Aufbau von Azure VMware Solution, Quelle: Microsoft

Ebenfalls enthalten ist VMware HCX in der Enterprise Edition, eine mächtige Lösung für die Migrationen von Workloads und Disaster Recovery. Damit können vorhandene VMware Umgebungen reibungslos auf AVS verschoben werden, ausgehend von lokalen vSphere-Infrastrukturen (ab vSphere 5.0) oder zwischen anderen Clouds und Regionen. Mehrere Migrationsoptionen wie z.B. Zero Downtime stehen dafür zur Verfügung (ermöglicht über die HCX-Funktion Replication-Assisted vMotion (RAV)). Microsoft und VMware sprechen hierbei vom schnellsten Weg in die Cloud, ohne die damit üblicherweise verbundenen Kosten und Risiken

Dank der nativen Integration, stehen Kunden über das Azure Backbone Network die Azure-Services zur Verfügung – darunter die großen Stärken der Public Cloud wie etwa Machine Learning, Artificial Intelligence oder Data Analytics. Außerdem verspricht Microsoft die Azure-Services zukünftig noch mehr für hybride Szenarien auszubauen, um die Flexibilität von AVS weiter zu stärken.

Einsatzszenarien– Für wen lohnt sich AVS?

Neben Möglichkeiten moderner und neu entwickelter Workloads, richtet sich das Angebot vor allem an gemeinsame Kunden von Microsoft und VMware – und davon gibt es eine ganze Menge. VMware hat im Bereich Virtual Machines global einen ungefähren Marktanteil von 80%. Nahezu alle Kunden nutzen Microsoft Lösungen und somit ist der Großteil, der mit vSphere virtualisierten Workloads, Microsoft-basiert – klassisches Win-Win-Win. Lohnenswert wird es vor allem dann, wenn Kunden bereits mehr als vSphere-only einsetzen – also vSAN oder NSX. Die Nutzung von AVS ist zwar in jedem Fall möglich, aber unter Umständen ist es dann nicht das preiswerteste Angebot.

Folgende Szenarien sehen wir daher primär für AVS:

  • VMware basierte Infrastrukturen migrieren, erweitern, absichern und modernisieren

    Wenn Cloud-Migration anstehen, also Workloads oder ganze Rechenzentren in die Cloud migriert werden sollen, die bisher auf einer VMware Basis im eigenen Rechenzentrum liefen. Das gleiche gilt, bei der Konsolidierung verschiedener Umgebungen. AVS bietet hierfür einen einheitlichen Standard. Schneller kommt man kaum in die Cloud – bis hin zur Live-Migration, wenn die technische Gegebenheiten vorhanden sind. 

    Der für viele Kunden naheliegende Use Case ist allerdings die Schaffung einer Disaster Recovery (DR) Option, also ein Notfallrechenzentrum, das anspringt wenn z.B. ihr eigenes Rechenzentrum Opfer einer Ransomware-Attacke wurde – für einige Branchen ist dies sogar gesetzlich vorgeschrieben.

    Auch die Erweiterung der Rechenzentrums-Kapazitäten kann ein interessantes Szenario für AVS sein. Mit Microsoft hätte man dann einen Anbieter, der alles aus einer Hand mit einem Vertrag liefert: Server, Storage, Netzwerk, den Betrieb der Hardware und notwendige Updates – betrieben in den globalen Azure-Rechenzentrum. Microsoft ist in diesem Fall sozusagen ein Fulfillment Cloud Partner.

  • Bedarfsweise Virtuelle Desktops, Entwicklungs- und Testumgebungen

    Viele unserer Kunden nähern sich dem Cloud-Gedanken auch mit den aus ihrer Sicht unkritischen Entwicklungs- und Testumgebungen an. Auch virtuelle Desktops sind mögliche Szenarien, die ihre neue Heimat gleich in der Cloud finden, aber weiterhin aus der gewohnten Konsole bedient werden. Diese lassen sich bei stoßweisem Bedarf schnell in der Cloud erweitern.

    VMware hat die eigene VDI-Lösung VMware Horizon schon für AVS angepasst. Lokale Horizon-Deployments können daher problemlos auf Azure verlagert oder bei Bedarf in eine flexible Plattform für Hybrid- und Multi-Cloud-VDI umgewandelt werden. Alternativ dazu, bietet VMware übrigens auch die Horizon Cloud on Azure im Zusammenspiel mit Windows Virtual Desktop (WVD).

  • Einsatz von Microsoft Lösungen und Azure-Services

    Auch aus Microsoft Sicht spricht viel für AVS: Einerseits um Kosten für die Lizenzierung von SQL- und Windows-Server zu sparen oder kostenlos Extended Security Updates zu beziehen. Andererseits um Cloud-Services wie Machine Learning oder Big Data zu nutzen. Einmal über AVS in der Azure-Cloud, können diese nativ und leichter angebunden werden. Für moderne Applikationen ist AVS damit eine attraktive Plattform.

Grundsätzlich bieten sich besonders hybride Szenarien an, im Zusammenspiel von lokalen und Cloud-Umgebungen. Denn wie in der Werbung sind Villarriba und Villabajo ja eigentlich Freunde und einer „Städtepartnerschaft“ steht nichts im Weg. Der Kunde wird dadurch mit einer Lösung belohnt, bei der eine Migration in die Azure-Cloud keine Einbahnstraße sein muss, sondern eher eine 4-spurige Autobahn inkl. Autobahnkreuz.

Voraussetzungen und Kosten von AVS

Das On-Premises-Datacenter des Kunden muss eine vSphere-Infrastruktur sein. Allerdings sind vSAN und NSX keine Bedingung, auch wenn es aus Sicht einer konsistenten Infrastruktur mit konsistenter Verwaltung Sinn machen würde. Für die Anbindung von Datacenter und Cloud gibt es mehrere Möglichkeiten. Die klar bevorzugte Variante ist per ExpressRoute, um Workloads schnell und sicher verschieben zu können.

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Abbildung: Infrastruktur lokal und in der Cloud, Quelle: Microsoft

Auf der Cloud-Seite steht über AVS der gesamte VMware Stack für ein Software-defined Datacenter bereit, mit allen Management- und Automatisierungsfunktionen. Darunter fällt vCenter Server und vSphere sowie vSAN für Storage-Virtualisierung und NSX für die Virtualisierung und Absicherung der Netzwerkebene. Die entsprechenden VMware Software-Lizenzen für VMware Cloud Foundation (VCF) sind im Gesamtpreis bereits enthalten, können also nicht mitgebracht werden. Das gilt natürlich nicht für zusätzliche Lizenzen wie z.B. aus der vRealize Suite. Diese können nach Bedarf in den virtuellen Maschinen oder Containern eingesetzt werden, welche auf den dedizierten Hosts laufen.

Der Kunde mietet als Teil des Services auch die Hardware. Pro AVS-Cluster werden mindestens 3 physische Nodes des Models AV36 benötigt. Dieses bietet jeweils 36 Cores, 576 GB RAM und All-Flash vSAN Storage. Im Moment gibt es nur diese „One-Size-T-Shirt-Größe“, andere werden bald folgen. Maximal können bis zu 16 Nodes pro Cluster eingesetzt werden, für ein Maximum an 64 Nodes für die gesamte Umgebung. Deployment und die Automatisierung werden über das Azure Portal und den Azure Ressource Manager gesteuert. Das Grundgerüst von 3 Hosts ist in wenigen Stunden einsatzbereit, weitere Nodes können dann noch schneller hinzugefügt aber auch wieder entfernt werden. Die Abrechnung erfolgt dann zunächst auf stündlicher Basis. Die aktuellen Preise können im Azure-Preisrechner abgefragt werden.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit mit festen Laufzeiten von 1 oder 3 Jahren reservierte Instanzen zu buchen, um 30–50% einzusparen. Aus unserer Sicht wird dies auch der Standard und damit auch kostenseitig konkurrenzfähig gegenüber dem Betrieb eines eigenen Rechenzentrums unter Berücksichtigung sämtlicher Ausgaben. Auch der Azure Hybrid Benefit kann für AVS angewandt werden, um im Rahmen der Software Assurance vorhandene On-Premises-Lizenzen in der Cloud zu nutzen und die Kosten für IaaS und Azure-SQL-Datenbanken damit um bis zu 40–55% zu senken.

Lesen Sie mehr zu: Azure-Kosten reduzieren mit Reserved Instances & Azure Hybrid Benefit

Microsoft bezeichnet AVS unter Einberechnung dieser Vergünstigungen als die kosteneffizienteste Möglichkeit SQL- und Windows-Server zu betreiben. Beim Einsatz älterer Server-Versionen 2008/R2 auf Azure erhalten Kunden außerdem die Extended Security Updates für 3 Jahre kostenfrei.

Cloud-Workloads migrieren und Kosten optimieren

SoftwareONE ist einer der führenden Partner von sowohl Microsoft als auch VMware und damit eine logische Anlaufstelle für Azure VMware Solutions. Der Ansatz von AVS folgt dabei unserem bewährten Migrationsweg: Vorbereitende Workshops, Proof-of-Concepts und danach die Migration oder die Implementierung einer komplett neuen Azure-Umgebung.

Mit passenden Service-Paketen und weiterführender Unterstützung sind wir in allen Phasen einer Azure-Migration an Ihrer Seite – von der Entwicklung einer Strategie, über die Implementierung und Optimierung sowie der anschließenden Verwaltung und Kostenkontrolle. Wir vereinfachen Ihre Transformation und sorgen dafür, dass Sie die technischen Vorteile von Azure voll ausschöpfen.

Wir sind einer von wenigen Microsoft Azure Expert MSP Partnern. Dieser Status belegt unsere exzellente globale Expertise und zahlreiche Best Practices im dynamischen Azure-Cloud-Umfeld. Darüber hinaus können Sie von erheblichen Preisvorteilen in Form von Azure Credits profitieren.

Als langjähriger VMware Partner hält SoftwareONE außerdem den höchsten erreichbaren Status „Principal Partner“. Mit Workshops und Assessments helfen wir Ihnen gern bei der Analyse Ihrer bestehenden vSphere-Infrastruktur und liefern Ihnen fundierte Daten als Entscheidungsgrundlage für die weitere Planung.

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Autor

Marco Vogel

Global Alliance Lead, VMware

Publisher Advisory / VMware