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Im BIM-Prozess:

Revit als Konstruktions-software

Revit als Konstruktionssoftware im BIM Prozess

  • 30 November 2021
  • 5 Minuten

Die Konstruktionssoftware für objektorientierte 3D-Gebäudemodelle stellt die zentrale Software in einem BIM-Prozess dar. Es ist zwar nicht die einzige Software, die benötigt wird, jedoch kann es ohne Gebäudemodelle kein BIM-Projekt geben. Dies begründet die herausgehobene Stellung der Modellierungssoftware im BIM-Prozess.

Revit bietet hier neben den Funktionen, die für die Erstellung eines Gebäudemodells im BIM-Prozess eingesetzt werden, einige Features, die so in ihrer Gesamtkombination einmalig sind. Viele dieser Funktionen gibt es selbstverständlich auch in anderen BIM-fähigen Programmen für die Gebäudekonstruktion. Jedoch nicht in der Gesamtkombination aller Features.

Revit: Die wichtigsten drei Fachdisziplinen in einem Programm

Die Software bietet die Möglichkeit, Modelle der wichtigsten Planungsdisziplinen Architektur, Tragwerksplanung und die technische Gebäudeausrüstung auf derselben Programmbasis zu erstellen. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, die Daten für die Koordination in das IFC-Format zu konvertieren. Alle Planer können direkt mit den Gebäudemodellen der anderen Fachdisziplinen arbeiten.

Abbildung 1: Von Revit lesbare Dateiformate anderer Hersteller / © Autodesk

Selbstverständlich können in Revit auch IFC-Modelle exportiert werden, wenn es sich bei einem Projekt um ein Open-BIM-Projekt handelt. Bei der Ressourcenverwaltung ist Transparenz entscheidend. Transparente, übersichtliche Arbeitsabläufe und digitale Tools helfen Teammitgliedern, ihre Rollen und Verantwortlichkeiten zu verstehen.

Arbeiten im Team an einem Modell

Mit der Funktion „Zusammenarbeit“ kann in Revit das gesamte Planungsteam an einem Gebäudemodell arbeiten. Dabei lässt sich der  Zugriff auf die Bauteile im Modell mit Revit steuern oder es werden beliebig aufteilbare Bearbeitungsbereiche für bestimmte Teammitglieder im Modell festgelegt.

Arbeiten mit geteilten Fachmodellen oder an einem gemeinsamen Modell – beides ist möglich

Wenn unterschiedliche Fachplaner mit Revit arbeiten, werden diese in der Regel jeweils ein eigenes Fachmodell erstellen. Diese Modelle werden dann entweder mit Revit oder mit einer Koordinationssoftware zu einem Modell verknüpft, so dass ein gemeinsames Gesamtmodell entsteht. In diesem Gesamtmodell werden dann die notwendigen Kollisionskontrollen, Markierungen von Problemen bzw. Kollisionen und Berichte darüber erstellt.

Es ist jedoch ebenso möglich, z.B. in einem Ingenieurbüro, dass sowohl Architektur als auch Tragwerksplanung in einem gemeinsamen Modell er- und bearbeitet werden. Über die oben beschriebene Funktion „Zusammenarbeit“ wird in diesem Fall der Zugriff auf das Modell durch die jeweilige Fachabteilung organisiert.

Revit – vom Modell über Planableitungen bis in die Bauteillisten

Egal, ob Sie in Revit das Gebäudemodell in 3D Isometrie oder Perspektive, eine Grundrissdarstellung, eine Schnitt- oder eine Ansichtsdarstellung oder eine Bauteilliste betrachten – es werden immer die aktuellen Gebäudemodelldaten angezeigt. Ein Schnitt ist kein berechnetes 2D-Objekt, sondern grundsätzlich eine Live-Darstellung des Modells. Sie können in jeder Abbildung Änderungen vornehmen, die sofort in allen Darstellungen, Tabellen und Planableitungen in Echtzeit umgesetzt werden, weil immer das Modell direkt geändert wird. Auch wenn in einer Liste Parameter eines Objektes geändert werden, findet die Änderung live im Modell statt.

Darstellung von Bauteilen in Planableitungen

Jede*r Beteiligte kann sich somit in der Planung voll auf die Konstruktion des Gebäudemodells und damit auf den Entwurf konzentrieren. Die unterschiedlichen grafischen Anforderungen für die Planableitungen in den Planungsphasen werden in Revit über spezifische Ansichtseinstellungen gesteuert, in denen für jeden Objekttyp für jede Darstellungssituation das Aussehen eingestellt werden kann.

Abbildung 2: Shared Parameter in Revit / © Autodesk

Die Ansichtseinstellungen für die jeweils unterschiedlichen Darstellungen können einfach als Vorlage im Projekt abgespeichert und für die entsprechenden Plandarstellungen mit nur wenigen Klicks angewandt werden. Revit lässt das Erstellen beliebig vieler Ansichtsvorlagen in einem Projekt zu. Es entfällt das lästige individuelle Anpassen von Farben, Strichstärken usw. für jeden individuellen Plan (obwohl dies bei Bedarf natürlich möglich ist).

Abbildung 3: Revit-Modellierung / © Autodesk

Für den deutschen Sprachraum werden praxistaugliche Projektvorlagedateien von Autodesk zur Verfügung gestellt. In diesen sind bereits entsprechende Standards für die Modellierung des Gebäudemodells und die Planungsphasen 2 bis 5 vorbereitet und können direkt genutzt oder als Basis für individuelle Einstellungen verwendet werden.

Umbauplanung oder Abbildung von Bauphasen

Das Bauen im Bestand gewinnt seit Jahren eine immer größere Bedeutung in Deutschland. Die meisten objektorientieren Konstruktionsprogramme können mittlerweile die typische Bestands-, Abbruch- und Neubaugrafik für Bauteile automatisiert erzeugen. Jedoch beschränkt sich dies in der Regel darauf, dass die Bauteile in Bestandsbauteile, abgebrochene Bauteile und neue Bauteile unterteilt werden.

In Revit ist ein Phasenmodell integriert, mit dem beliebig viele Zeitphasen in einem Projekt aufgestellt werden können. So ist es z.B. möglich, für ein Projekt, das in mehreren Zeitabschnitten umgebaut werden soll, diese Zeitabschnitte einzustellen und für jeden Abschnitt unabhängig voneinander den Bauteilen exakt zuzuweisen, was damit im jeweiligen Abschnitt passiert (bleibt Bestand, wird abgebrochen, wird neu gebaut oder wird provisorisch erstellt und im selben Abschnitt wieder abgerissen) Die einzelnen Zeitabschnitte lassen sich komfortabel in optimierten Ansichten darstellen. Die Steuerung der Grafik der Ansichten, z.B. die klassische Grau/Gelb/Rot-Darstellung von Bauteilen, erfolgt in Revit automatisch. Revit erkennt dabei, in welchem Bauabschnitt ein Objekt erstellt oder abgebrochen wurde und färbt es automatisch entsprechend ein.

Entwurfsvarianten in Revit

Im Planungsprozess entstehen immer Entwurfsvarianten, um die optimale Planung zu entwickeln. Die gängige Praxis ist die mehrmalige Speicherung einer Zeichnung oder eines Gebäudemodells, wenn bereits modellorientiert gearbeitet wird und in diesen Kopien die Planungsvarianten zu erstellen.

Der Nachteil bei dieser Vorgehensweise ist, dass auch Teile der Planung, welche nicht variiert werden müssen, in jeder Kopie enthalten sind. Wenn sich nun doch in diesen Planungsbereichen eine Änderung ergibt, muss diese in allen Kopien geändert werden.

Revit bietet hier mit der Funktion „Entwurfsoptionen“ die Möglichkeit, die zu variierenden Bereiche des Modells auszuwählen und für diese innerhalb des Projekts mehrere Varianten („Optionen“) zu bilden, ohne dass das Gesamtmodell kopiert werden muss. Nach dem Erstellen der Optionen in den Bereichen kann komfortabel zwischen den einzelnen Varianten gewechselt und diese wiederholt angepasst werden.

Die Bereiche und die Bauteile, die zu variieren sind, lassen sich frei wählen. Ein Modell kann in beliebig viele Bereiche aufgeteilt und in diesen können dann jeweils beliebig viele Varianten (Optionen) gebildet werden.

Für jede Variante oder auch Kombinationen von Varianten lassen sich auf einfachem Weg Ansichten erstellen, so dass diese nebeneinander darstell- und vergleichbar sind. Selbstverständlich gilt dies auch für die Bauteillisten und Auswertungen, so dass auch direkt die Varianten in Bezug auf die Bauteilmengen verglichen werden können. Wenn die Entscheidung für eine Planungsvariante gefallen ist, können die verworfenen Varianten komfortabel und schnell entfernt werden, ohne dass einzelne Bauteile gelöscht werden müssen.

So ist abschließend festzustellen, dass neben den allgemeinen Vorteilen, welche die Arbeit mit einem BIM-fähigen Konstruktionsprogramm mit sich bringt, Revit zusätzliche Features bietet, welche die Konstruktion erheblich vereinfachen.


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