1. Product Terms und Preislisten ändern sich im September 2026
Microsoft öffnet Azure Virtual Desktop für Hybridlösungen. Konnektoren und Verwaltung müssen damit nicht ausschließlich über klassische Remote Desktop Sessions genutzt werden. Azure Virtual Desktop kann laut Webinar auch mit Ressourcen im eigenen Rechenzentrum verbunden und über Azure Arc abgebildet werden. Die Option wurde am 1. September allgemein verfügbar.
Das Webinar ordnet die jährlichen Kosten in einer ähnlichen Größenordnung wie Remote Desktop Services ein. Der operative Aufwand könne sinken, wenn Azure Arc angebunden und die Umgebung über Azure Virtual Desktop verwaltet wird. Gleichzeitig verlagert sich ein weiterer Teil der Steuerung in die Microsoft Cloud.
Bei Dynamics wurden keine grundlegend neuen Product Terms eingeführt. Microsoft hat Formulierungen zu Mindesteinkaufsmengen präzisiert. Zusätzlich waren Windows Server Extended Security Updates in den Preislisten seit August fehlerhaft abgebildet. Nach einer Eskalation wurden die Preislisten manuell korrigiert, sodass im Partner Center korrekte Preise für Buchungen hinterlegt waren.
Im Preislisten-Update wurden Azure Virtual Desktop Hybrid ergänzt und Microsoft Stream entfernt. Weitere Preiserhöhungen, Preissenkungen, Ergänzungen oder Streichungen in den Enterprise Agreement Preislisten wurden im Webinar nicht genannt.
2. Warum Unternehmen die von Microsoft bereitgestellte SMS- und Sprachauthentifizierung ablösen müssen
Microsoft stellt die Authentifizierung schrittweise auf phishingresistente Methoden um. Seit dem 1. September 2026 werden Passkeys für Benutzer, die bislang für SMS- oder Sprachauthentifizierung aktiviert sind, standardmäßig freigeschaltet. Diese Benutzer können bei der Anmeldung zur Registrierung eines Passkeys aufgefordert werden. Zum 1. Februar 2027 stellt Microsoft die eigene Telekommunikationszustellung für SMS und Sprachanrufe in Microsoft Entra ID ein.
Unternehmen sollten prüfen, welche Benutzer noch für SMS- oder Sprachauthentifizierung aktiviert sind und diese rechtzeitig auf phishingresistente Methoden wie Passkeys, Windows Hello for Business oder FIDO2 umstellen. Organisationen, die SMS oder Sprachanrufe aus geschäftlichen, regulatorischen oder technischen Gründen weiterhin benötigen, können dafür künftig einen kundenseitig verwalteten Telekommunikationsanbieter über den Microsoft Security Store einsetzen.
3. Das ändert sich bei Microsoft Purview Auto Labeling und Data Loss Prevention
Microsoft Purview soll Dateien und E-Mails automatisch erkennen, kennzeichnen und schützen, sobald sie sensible Inhalte enthalten. Beispiele sind personenbezogene Daten, Kreditkartennummern und vertrauliche Unternehmensinformationen. Die angekündigten Änderungen erweitern Datenquellen, Verarbeitungskapazität und Transparenz der Ergebnisse.
Nach Darstellung im Webinar sollen Funktionen für Data Loss Prevention und automatische Kennzeichnung auf weitere Datenquellen außerhalb von Microsoft 365 ausgeweitet werden. Als Beispiele wurden Google Workspace, ServiceNow und Amazon Web Services genannt. Der konkrete Funktionsumfang hängt vom jeweiligen Dienst und dessen Microsoft Purview Integration ab.
Die zugrunde liegende At Rest Protection ist keine neue Funktion. Neu ist ihre Erweiterung auf weitere Plattformen. Die Verarbeitung erfolgt über einen nutzungsbasierten Dienst. Unternehmen sollten deshalb neben den Schutzmöglichkeiten auch Verbrauch und Abrechnung überwachen.
Neue Berichte sollen erfolgreiche Kennzeichnungen, noch laufende Verarbeitungen und Fehler sichtbar machen. Dadurch lassen sich die Ergebnisse automatischer Kennzeichnungen besser nachvollziehen, Probleme schneller analysieren und Compliance-Berichte transparenter erstellen.
Nach Darstellung im Webinar umfasste Microsoft 365 Copilot zum Zeitpunkt der Aufzeichnung ein gemeinsames monatliches Kontingent von bis zu 25 Anfragen für Researcher und Analyst. Da Kontingente und Abrechnungsmodelle verändert werden können, sollte die aktuell verfügbare Nutzung vor einer Planung im Microsoft 365 Admin Center und in der Microsoft Dokumentation geprüft werden.
4. So unterscheiden sich Entra Agent ID und Agent 365
Entra Agent ID regelt die Identität eines KI-Agenten. Der Agent erhält eine Identität in Microsoft Entra. Agent 365 ergänzt die operative Kontrolle: Die IT kann nachvollziehen, was ein Agent tut, auf welche Daten er zugreift und wohin er Informationen sendet.
Im Webinar werden Audit-Protokollierung und eine Notbremse als zentrale Vorteile von Agent 365 beschrieben. Die Kontrolle soll eingreifen, wenn Daten in nicht vorgesehene Richtungen übertragen werden. Agent 365 wird benutzerbezogen lizenziert und ist außerdem in Microsoft 365 E7 enthalten. Welche Personen eine Agent 365 Lizenz benötigen, hängt vom jeweiligen Einsatzszenario und den genutzten Funktionen ab. Die konkrete Lizenzierung sollte anhand der aktuellen Microsoft Produktbedingungen geprüft werden.
Microsoft 365 Copilot enthält laut Webinar Researcher und Analyst Agenten mit zusammen bis zu 25 Anfragen pro Monat. Die Fragen können auf Researcher, Analyst oder beide verteilt werden. Das Webinar weist jedoch darauf hin, dass zum damaligen Informationsstand keine klare Microsoft Learn Datengrundlage für die Abrechnung oberhalb dieses Kontingents vorlag.
5. Auf diese Weise lassen sich Copilot Credits und Agentenkosten kontrollieren
Administratoren können den Verbrauch nutzungsbasierter Microsoft Copilot Dienste im Cost Management des Microsoft 365 Admin Centers überwachen und über Spending Policies steuern. Für Copilot Studio und bestimmte Power Platform Szenarien stehen zusätzlich Verwaltungs- und Kapazitätsfunktionen im Power Platform Admin Center zur Verfügung.
Das Webinar beschreibt ein Kostenrisiko bei nahezu ausgeschöpften Message Packs. Ein Agent prüft beim Start nur, ob noch Credits vorhanden sind. Er weiß zu diesem Zeitpunkt nicht zwingend, wie viele Credits die Ausführung benötigen wird. Eine einzelne umfangreiche Ausführung kann deshalb zu Mehrverbrauch führen.
Im Webinar werden Message Packs anstelle einer ausschließlich nutzungsbasierten Abrechnung empfohlen, um unerwartete Kosten besser einzugrenzen. Dabei handelt es sich um eine Einordnung des Sprechers und nicht um eine allgemeine Microsoft Beschaffungsempfehlung. Unternehmen sollten die verfügbaren Abrechnungsmodelle anhand ihres Nutzungsszenarios und der aktuellen Microsoft Konditionen vergleichen.
6. Microsoft Teams Updates betreffen Administration, KI und Kommunikation
Microsoft verlagert die Verwaltung Android-basierter Teams Geräte aus dem Teams Admin Center in das Teams Rooms Pro Management Portal. Ziel ist eine zentrale Verwaltung verschiedener Gerätetypen. Dazu gehören Teams Rooms unter Windows und Android, Teams Telefone, Panels und SIP-Telefone. Die Gerätefunktionen ändern sich nicht, wohl aber die Verwaltungsprozesse.
Mit Meeting AI führt Microsoft eine Schaltfläche ein, über die berechtigte Organisatoren oder Referenten KI-Funktionen während einer laufenden Besprechung aktivieren oder deaktivieren können. Das ist relevant, wenn sich ein Gespräch unerwartet auf sensible Inhalte verlagert. Teilnehmende sollen zugleich erkennen können, ob KI-Funktionen aktiv sind.
Meeting AI ist eng mit Transkription verbunden. Die Entscheidung, wann eine Besprechung transkribiert oder mit KI verarbeitet wird, wird damit zu einer Governance- und Compliance-Frage. Unternehmen benötigen klare Regeln für Berechtigungen, sensible Inhalte und die Sichtbarkeit aktiver KI-Funktionen.
Der Interpreter Agent für Teams Rooms auf Android übersetzt gesprochene Sprache in Echtzeit. Im Webinar wird von sieben verfügbaren Sprachen mit steigender Tendenz gesprochen. Gleichzeitig waren die Microsoft Learn Seiten zum Präsentationszeitpunkt noch nicht vollständig aktualisiert. Android-Geräte wurden dort teilweise ausgeschlossen, und Lizenzvoraussetzungen waren nicht für alle Teams Rooms Szenarien eindeutig beschrieben.
Die Sprecher lesen die verfügbaren Informationen so, dass für den Raum selbst keine zusätzliche Microsoft 365 Copilot Lizenz nötig ist, sofern die Personen, die von der Interpreter-Funktion profitieren, eine Copilot Lizenz besitzen. Diese Interpretation ist ausdrücklich keine abschließende Lizenzbestätigung.
Microsoft Communicator ist eine Teams Anwendung für gezielte organisatorische Kommunikation. Anders als bei normalen Teams Nachrichten können Organisationen nachvollziehen, ob Mitteilungen angekommen und bestätigt worden sind. Mitteilungen lassen sich außerdem mit erforderlichen Aktionen verbinden. Mögliche Einsatzfelder sind Compliance-Hinweise, Sicherheitsinformationen, Schulungsankündigungen und operative Mitteilungen. Fragen zu Rollen, Lizenzierung, Reporting und Compliance waren laut Webinar noch offen.
7. Das müssen Unternehmen bei der Whiteboard-Migration beachten
Microsoft beendet die Nutzung alter Azure-basierter Whiteboards und wechselt auf OneDrive-basierte Whiteboards. Unternehmen mit Legacy Whiteboards müssen die geltenden Migrationsfristen prüfen. Nach dem Ende des Migrationszeitraums lassen sich verbliebene Altdaten nicht mehr übertragen und werden anschließend dauerhaft gelöscht.
Die eigenständige Whiteboard Anwendung wird eingestellt. Der künftige Zugriff erfolgt über Whiteboard im Web, Microsoft Teams und weitere unterstützte Microsoft 365 Zugänge. Neue Funktionen werden nur noch für OneDrive-basierte Whiteboards bereitgestellt. Genannte Vorteile sind Versionsverlauf, erweiterte Compliance-Möglichkeiten und bessere Governance-Funktionen.
Der konkrete Handlungsbedarf besteht aus drei Schritten: vorhandene Legacy Whiteboards identifizieren, die Migration fristgerecht abschließen und Anwender frühzeitig über die neuen Zugriffswege informieren.
8. Datenschutzfrage entsteht durch OpenAI als Subprozessor
OpenAI wurde am 23. Juni 2026 in die Microsoft Liste der Subprozessoren aufgenommen. OpenAI-betriebene Modelle stehen seit dem 9. Juli 2026 innerhalb bestimmter Microsoft Online Services zur Verfügung. Welche Modelle in einem Tenant verfügbar oder aktiviert sind, hängt vom jeweiligen Microsoft Dienst und den administrativen Einstellungen ab.
OpenAI-betriebene Modelle unterliegen laut Microsoft grundsätzlich den Microsoft Product Terms, dem Data Protection Addendum und Enterprise Data Protection, soweit keine abweichende Regelung dokumentiert ist. Sie sind derzeit jedoch von bestimmten länderbezogenen Verarbeitungszusagen ausgenommen. Unternehmen sollten daher prüfen, welche Modelle eingesetzt werden, welche Daten verarbeitet werden und welche dokumentierten Ausnahmen für ihr Nutzungsszenario gelten.
Falls die Nutzung OpenAI-betriebener Modelle noch nicht datenschutzrechtlich und organisatorisch bewertet wurde, sollten die zuständigen Fachbereiche die verfügbaren Einstellungen, Datenflüsse und dokumentierten Ausnahmen prüfen. Bis zum Abschluss dieser Bewertung können die betreffenden Modelle administrativ deaktiviert bleiben.
9. Das ändert sich bei SharePoint Storage
Die allgemeine Verfügbarkeit von Microsoft 365 SharePoint Storage wurde nach Darstellung im Webinar vom 1. September auf Ende November 2026 verschoben. Das Angebot stellt zusätzliche SharePoint Speicherkapazität über ein nutzungsbasiertes Abrechnungsmodell bereit. Das Modell stellt SharePoint Storage nutzungsbasiert über Azure bereit. Die genaue Produktbezeichnung sollte vor Veröffentlichung anhand der Präsentation oder aktueller Microsoft Unterlagen geprüft werden.
Office 365 Extra File Storage bleibt als weiteres Modell zur Erweiterung der SharePoint Speicherkapazität verfügbar. Abhängig vom Beschaffungsprogramm kann der Erwerb über Microsoft, einen Cloud Solution Provider oder einen Lizenzpartner erfolgen. Der Sprecher berichtet jedoch von Kunden im Enterprise Agreement Umfeld, bei denen Microsoft eine Umstellung auf das neue Modell empfohlen habe.
Im Webinar wurde für das betrachtete Speichermodell ein Preis von 0,20 US-Dollar pro Gigabyte und Monat genannt. Dieser Wert entspricht dem damaligen Präsentationsstand und sollte vor einer Beschaffung anhand der aktuellen Preislisten und des jeweiligen Vertragsprogramms geprüft werden. Das nutzungsbasierte Modell ermöglicht flexible Abrechnung. Eine vertraglich gebundene Storage Lizenz bietet dagegen planbare Kosten, ist aber an Vertragslaufzeiten gebunden. Genannt werden ein bis drei Jahre im Enterprise Agreement und ein Monat bis ein Jahr im Cloud Solution Provider Modell.
10. Diese Maßnahmen sollten Unternehmen jetzt priorisieren
Die Microsoft Änderungen betreffen Identität, Datenschutz, Compliance, Kostenkontrolle, Administration und Datenmigration. Unternehmen sollten kurzfristig die Nutzung von SMS- und Voice-MFA erfassen, Purview Verbrauch und Auto Labeling Kapazitäten bewerten, Agenten-Credits überwachen und Legacy Whiteboards identifizieren.
Für Teams und Copilot sind Governance-Entscheidungen erforderlich. Dazu gehören Regeln für Meeting AI und Transkription, die Bewertung der Interpreter-Lizenzierung, Berechtigungen für Communicator und die Kontrolle von Agentenzugriffen. Für OpenAI-betriebene Modelle sollten Unternehmen die Datenverarbeitung, die geltenden Microsoft Datenschutzbedingungen und mögliche Ausnahmen von länderbezogenen Verarbeitungszusagen bewerten. Nicht freigegebene Modelle sollten bis zum Abschluss der internen Prüfung deaktiviert bleiben.
Preis- und Lizenzangaben im Webinar bilden den Stand der Präsentation ab. Vor Beschaffung oder technischer Umsetzung sollten Product Terms, Microsoft Learn Dokumentation, Message Center Einträge und aktuelle Preislisten geprüft werden.