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Microsoft hat sein in Exchange Online (EXO) integriertes Transport-Enforcement-System breit aktiviert. E-Mails, die von veralteten oder ungepatchten On-Premises-Exchange-Servern nach Exchange Online gesendet werden, werden erst verzögert (throttling) und im nächsten Schritt abgewiesen (blocking). Sichtbar wird das u. a. im neuen Mail-Flow-Report in der EAC. Für betroffene Organisationen führt am schnellen Umstieg auf Exchange Server Subscription Edition (SE) kein Weg vorbei.
In diesem Blogbeitrag erfahren Sie alles zu den technischen Hintergründen, wie Sie im neuen Mail-Flow-Report überprüfen können, ob Sie betroffen sind und was Sie jetzt konkret tun können.
Microsoft schützt Exchange Online seit geraumer Zeit mit einem transportbasierten Enforcement-System. Dieses prüft eingehende Verbindungen von On-Prem-Exchange-Servern auf Support-Status und Patch-Stand. Server, die out of support oder signifikant im Rückstand sind, gelten als „persistently vulnerable“. Für diese Quellen wird der Mailfluss zunächst gedrosselt und bei ausbleibender Remediation blockiert. Hintergrund ist die Zero-Trust-Ausrichtung und die nachgewiesenen Risiken ungepatchter Systeme.
Wichtig: Microsoft hat den Rollout schrittweise erweitert und vermerkt explizit, dass Throttling/Blocking inzwischen für alle Exchange-Versionen greifen kann, einschließlich Exchange Server 2019, sofern diese signifikant veraltet sind (z. B. fehlende CUs/SUs).
Microsofts Ziel ist nicht legitime E-Mails zu behindern, sondern unsichere Eingänge in die Cloud zu unterbinden und Admins zur Remediation zu befähigen.
Die Auswertung geschieht komfortabel in der neuen Exchange Admin Center (EAC) unter Reports → Mail flow. Dort stehen Mail-Flow-Reports bereit, die Trends sichtbar machen und Probleme in der Zustellung identifizieren. Für das aktuelle Thema besonders relevant ist der Report „Outofdate connecting onpremises Exchange servers“. Er zeigt Ihnen, welche On-Prem-Server (Version/Patch-Stand) von der Enforcement-Logik erfasst wurden und wie stark Throttling/Blocking greift.
So gelangen Sie hin:
Tipp: Die Reports setzen passende Berechtigungen voraus (z. B. Exchange Administrator, Organization Management, Security Administrator/Reader u. a.). Die vollständige Rollenzuordnung finden Sie in der Dokumentation zu den Mail-Flow-Reports.
Wenn ein persistently vulnerable Exchange-Server nach EXO sendet, reagiert das System mit progressiven Maßnahmen:
Die Maßnahmen eskalieren, solange keine Remediation erfolgt (Upgrade/Patching). Microsoft betont, dass die Sicherheit von EXO-Empfängern vorgeht und die Maßnahmen dynamisch angepasst werden.
Falls Sie unmittelbar Handlungsdruck haben (z. B. wichtige Geschäftsprozesse, Migrationsfenster), lässt sich die Enforcement-Logik pro Tenant für bis zu 90 Tage je Kalenderjahr pausieren, wahlweise am Stück oder in mehreren Tranchen. Wichtig: Nicht genutzte Tage eines beantragten Blocks werden nicht „erstattet“.
Zwei Wege zur Pause:
Diese Pause ist kein Ersatz für ein Upgrade, sie verschafft Ihnen Zeit, um sauber auf einen unterstützten Stand zu kommen.
Angesichts der Enforcement-Maßnahmen und der End-of-Support-Risiken empfiehlt Microsoft klar den Weg zu Exchange Server SE (Subscription Edition). SE ist die „Evergreen“-Generation von Exchange Server unter der Modern Lifecycle Policy, ohne festes Enddatum, solange Sie aktuell bleiben.
Microsoft hat die Roadmap und das Upgrade-Vorgehen mehrfach präzisiert, inklusive Meilensteinen (2019 CU15 als Brücke, SE RTM, SE CU1/CU2) und Coexistence-Regeln.
Microsoft fasst das im SE-UpgradeLeitfaden (Learn) und im TechCommunity-Beitrag detailliert zusammen, inklusive KoexistenzSperren (z. B. keine Koexistenz mit Exchange 2013) und Best Practices.
Das Transport-Enforcement-System ist aktiv, es drosselt und blockt Mails von veralteten On-Prem-Exchange-Servern nach EXO. Prüfen Sie sofort Ihre Mail-Flow-Reports in der EAC.
Nutzen Sie die max. 90 Tage Enforcement-Pause nur, um zeitnah die Remediation umzusetzen, nicht als Dauerlösung.
Planen Sie den Umstieg auf Exchange Server SE als TopPriorität: Von 2019 CU14/15 per In-Place-Upgrade, von 2016 per Legacy-Upgrade. Das reduziert Sicherheits, Compliance und Betriebsrisiken nachhaltig.
Alle Informationen sowie weiterführende Einblicke finden Sie auf verschiedenen Seiten im Learn-Bereich von Microsoft (u.a. in dem Beitrag „Upgrading to Exchange Server Subscription Edition (SE)”) sowie in Beiträgen der Microsoft Techcommunity (u.a. in dem Beitrag “Throttling and Blocking Email from Persistently Vulnerable Exchange Servers to Exchange Online”.

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