Das oft übersehene Software-Asset: Schriftarten im Spannungsfeld von Design und Compliance
Schriften werden im Unternehmensalltag meist als reines Design-Element wahrgenommen, als Teil des Corporate Designs, als kreative Ressource für Marketing und Kommunikation. Rechtlich betrachtet sind sie jedoch etwas völlig anderes: Komplexe Softwareprodukte mit klar definierten Lizenzmodellen.
Genau hier liegt das Risiko. Während Office-, ERP- oder Cloud-Software in vielen Unternehmen systematisch inventarisiert und überwacht wird, erhält das Thema Schriftarten oft deutlich weniger Aufmerksamkeit. Die damit verbundenen Lizenzanforderungen und Risiken bleiben in vielen Organisationen außerhalb des regulären Fokus von Compliance- und Governance.
Im Gegensatz zu klassischer Unternehmenssoftware bleiben Schriftarten häufig unter dem Radar des IT Asset Managements. Sie werden von Agenturen eingebracht, von Marketing-Teams weiterverwendet, in Websites eingebettet oder in Apps integriert, meist ohne zentrale Steuerung.
Besonders relevant ist dabei der marktführende Schrift-Fonts: Monotype. Durch gezielte Übernahmen, unter anderem von MyFonts, Fonts.com und Linotype – hält Monotype heute die Rechte an vielen der bekanntesten Schrift-Klassiker wie Helvetica, Frutiger oder Arial. Diese Schriften sind tief in Markenauftritten, Websites, Apps und Marketingkampagnen verankert - und damit dazu prädestiniert, Lizenzverstöße zu verursachen.