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Wichtige Hinweise zum neuen IBM Passport Advantage Vertrag

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Pooja SharmaBusiness Owner IBM Advisory WE
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IBM kündigte am 01. Februar 2023 wichtige Änderungen zum Passport Advantage Vertrag an. Die neuen Bedingungen gelten bei Neulizenzbestellungen oder Wartungsverlängerungen ab dem 01. Mai 2023, die in gesonderten ESSO / ELA Verträgen vereinbarten Konditionen bis zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit. Dieser Blogbeitrag fasst die wichtigsten Änderungen zusammen und enthält zudem nützliche Ratschläge für IBM Kunden.

Dies sind die wichtigsten Änderungen:

Struktur und Inhalt

Bisher separate „Attachments“ für gesonderte Lizenz-/Nutzungsformen wurden in die aktuellen Passport Advantage Vertrag integriert. Dies gilt für folgende, bisher in separaten Anlagen zum Passport Advantage Vertrag definierte Themenbereiche:

  • Subscription Licenses
  • Container Licensing
  • Government Option
  • Academic Volume Option

Jährliche Nutzungsüberprüfung 

Absatz 4.1a: Das Recht, Nutzungsdaten der eingesetzten Software einfordern zu können, behielt sich IBM bereits im übergeordneten IPLA (IBM Program License Agreement) vor. Jetzt ist dieser Punkt auch im IPAA (IBM Passport Advantage) Vertrag enthalten.

Im Detail: Kunden müssen in der Lage sein, für alle Standorte und Umgebungen des gesamten Unternehmens (!) innerhalb von 30 Tagen nach Ankündigung sämtliche Nutzungsdaten ihrer IBM Software zu übermitteln!

Natürlich behält sich IBM auch weiterhin vor, alle 3-4 Jahre ein vollständiges Audit durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchführen zu lassen.

Excess User Resolution 

Absatz 4.1c. + 10.3: Stellt IBM dabei eine Mehrnutzung oder einen Compliance-Verstoß fest, muss der Kunde den vermeintlichen „Schaden“ wie im Audit zu aktuellen Preisen sofort begleichen, je nach Umständen mit bis zu 2 Jahren rückwirkender Wartung. 

IBM Software Subscription and Support

Absatz 8.1g: Verringert ein Kunde die Anzahl der Nutzungen eines Programmes und möchte die Anzahl im Renewal entsprechend reduzieren, dann muss er IBM eine systemgenerierte Dokumentation vorlegen, welche die tatsächliche Nutzung belegt (war bisher auch schon so).
Neu ist: Wenn die Dokumentation nicht mindestens 30 Tage vor dem S&S Verlängerungsdatum bei der IBM eingeht, muss der Kunde alle auslaufenden Mengen erneuern.

Client's Reporting Responsibilities / Full-capacity Reports

Absatz 10.2d: Auch wenn dieser Punkt etwas schwammig formuliert ist (…Client „may“ track..): IBM erwartet von ihren Kunden, dass sie bei einer Full-capacity Lizenzierung (nicht Sub-capacity) mindestens jährlich einen manuellen, oder mit IBM Tools (ILMT) maschinell erzeugten Report erstellen. Diese Reports müssen für mindestens 2 Jahre aufbewahrt werden.

Sub-capacity / Migration Plan für nicht mehr eligible Betriebssysteme

Absatz 10.2e: Endlich auch mal etwas Positives! 

Sind die Voraussetzungen für Sub-capacity-Reporting aus technischen Gründen nicht mehr erfüllbar, weil z. B. ein verwendetes Betriebssystem nicht mehr „eligibel“ ist, dann gilt bisher, dass die Installation ab dem Stichtag als „Full-capacity“ zu werten ist.
Ist absehbar, dass entsprechende technische Anpassungen zur Erfüllung der Sub-capacity-Voraussetzungen aus Zeitgründen nicht realisierbar sind, kann ein Kunde mit IBM einen „Migrations-Plan“ vereinbaren. Akzeptiert IBM diesen Plan, darf der Kunde bis zu dessen Umsetzung das Produkt trotzdem noch „Sub-capacity“ betreiben und muss, falls ein ILMT-Reporting nicht mehr funktionieren sollte, ein manuelles Reporting gemäß der Sub-capacity-Bestimmungen durchführen.

Nach Durchführung der Maßnahmen gemäß vereinbartem Migrations-Plan muss der Kunde IBM entsprechende Nachweise vorlegen, dass die technischen Voraussetzungen für Sub-capacity erfüllt sind.

IBM ist nur „Technology Provider“

Absatz 15.c: “IBM is an independent contractor, not Client’s agent, joint venturer, partner… IBM’s direction, suggested usage,…..does not constitute medical, clinical, legal, accounting, or
other licensed professional advice”.

Die Beratung der IBM selbst ist nicht bindend, - IBM haftet nicht für Beratungsfehler. Sollte durch die Beratung der IBM ein Lizenz-Compliance-Verstoß eintreten, ist der Kunde selbst dafür verantwortlich „Client should obtain its own expert advice“.

Änderungen bei Passport Advantage - Fazit

Auf Kundenseite erhöht IBM mit den Anpassungen des Passport Advantage Vertrages sehr deutlich die Notwendigkeit, die tatsächliche Nutzung ihrer IBM Software Produkte regelmäßig genauestens zu prüfen. Da hohe Audit-Nachforderungen eher selten etwas mit tatsächlicher Mehrnutzung zu tun haben, gilt es vor allem, die exakte Einhaltung der Sub-capacity-Anforderungen im Blick zu behalten. 

Die Aktualisierungen im PA-Vertrag bedeuten zwar nicht zwingend, dass man jährlich auditiert wird, diese Möglichkeit räumt sich IBM letztendlich aber selbst ein.

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Was sollten IBM Kunden tun?

Sprechen Sie mit uns über den Einsatz Ihrer IBM Lizenzen. Gerne helfen wir Ihnen dabei, nicht nur das ILMT (IBM License Metric Tool) Compliance-sicher zu betreiben, sondern auch bei allen anderen IBM Lizenzierungsthemen. Sollten Sie bereits für eine IBM Lizenz-Plausibilisierung nominiert sein, können Sie von unserer jahrlangen und sehr umfangreichen Audit-Erfahrung profitieren!

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