Das ändert sich bei den SQL Server Editionen
Auch bei den SQL Server Editionen gibt es mit Version 2025 einige relevante Änderungen. Vor allem für Service Provider oder Organisationen mit On-Premises-Deployments lohnt sich ein genauer Blick auf die neue Struktur.
Web Edition wird eingestellt
Die SQL Server Web Edition, die ausschließlich über SPLA verfügbar war und hauptsächlich für Websites, Anwendungen und Services eingesetzt wurde, wird mit SQL Server 2025 eingestellt. Microsoft verfolgt damit klar das Ziel, Workloads aus SPLA-lizenzierten On-Premises-Datenbanken verstärkt in Azure SQL Database als Database-as-a-Service (DBaaS) zu verlagern.
Service Provider können SQL Server 2022 Web Edition jedoch weiterhin bis 2033 im Rahmen der Microsoft Lifecycle Policy nutzen. Damit bleibt ausreichend Zeit, um mögliche Migrationen zu planen.
Für kleinere lokale Deployments kann künftig SQL Server Express eine Alternative sein – sofern die funktionalen Einschränkungen akzeptabel sind. Für geschäftskritische Anwendungen bleibt dagegen SQL Server Standard die geeignete Edition für On-Premises-Installationen.
Wenn eine lokale Bereitstellung nicht zwingend erforderlich ist, stellt Azure SQL eine skalierbare und von Microsoft bevorzugte Plattform für moderne Webanwendungen dar.
Express wächst um das Fünffache
Die SQL Server Express Edition unterstützt künftig Datenbanken mit einer Größe von bis zu 50 GB statt bisher 10 GB. Damit wächst die maximale Datenbankgröße um das Fünffache.
Darüber hinaus enthält Express nun viele der neuen Kernfunktionen, die auch in den kostenpflichtigen Editionen verfügbar sind. Dazu zählen unter anderem Vector Search, JSON-Unterstützung, REST APIs, Change Event Streaming, Fabric Mirroring sowie die Integration von Microsoft Entra ID für die Authentifizierung.
Für kleinere Deployments, Entwicklungsumgebungen oder Testsysteme stellt das ein deutliches Upgrade dar.
Standard Edition wird leistungsfähiger
Auch die SQL Server Standard Edition erhält ein deutliches Upgrade. Sie unterstützt künftig bis zu 32 CPU-Kerne und 256 GB Arbeitsspeicher, was die Leistungsfähigkeit dieser Edition erheblich erweitert.
Zusätzlich kommen Funktionen wie Optimized Locking, Resource Governor und der ZSTD Backup Compression Algorithm hinzu.
Ein weiterer Vorteil: Der Power BI Report Server ist künftig in allen Editionen außer Express enthalten, ohne dass zusätzliche Lizenzkosten entstehen.
Preise und Hybrid-Deployments
Wird SQL Server teurer?
Nein. Microsoft hat bislang keine Preisänderungen für SQL Server angekündigt. Auch die SPLA-Preisaktualisierung 2025 hat SQL Server nicht betroffen.
Damit ist davon auszugehen, dass zumindest bis 2027 keine Änderungen an der SQL Server Preisstruktur unter SPLA erfolgen – sofern keine Anpassungen aufgrund von Wechselkursschwankungen notwendig werden.
Azure Arc für Hybrid-Szenarien
SQL Server gehört zu den Workloads, bei denen Azure Arc besonders sinnvoll eingesetzt werden kann. Durch die Integration erhalten Unternehmen zusätzliche Funktionen für Management, Governance und Security. Außerdem können Organisationen mit Arc-verbundenen SQL Servern Einsparungen von bis zu 20 Prozent erzielen.
Auch SQL Server 2025 unterstützt diese Integration vollständig. Wie bereits bei SQL Server 2022 kann eine Datenbankinstanz während der Installation auf Windows direkt mit Azure Arc verbunden werden.
Eine wichtige Neuerung ist außerdem die vollständige Unterstützung von Microsoft Entra Managed Identities. Dadurch können Benutzer auf Azure-Dienste zugreifen, ohne eigene Zugangsdaten verwalten zu müssen. Gerade in Hybrid-Umgebungen vereinfacht das das Identity- und Sicherheitsmanagement erheblich.