Hier können unternehmenskritische Finanzrisiken entstehen

Cascade Lake und Oracle Database SE2

Cascade Lake und Oracle Database SE2: Hier können unternehmenskritische Finanzrisiken entstehen.

  • 20 Mai 2020

Man erwirbt 2 CPU Sockel – kann aber auf Multicore CPU zugreifen. Ein wichtiges Detail, wenn man bei der Oracle Database SE2 auf Cascade Lake Hardware umsteigt. Denn plötzlich entsteht Falschlizenzierung, die finanziell gesehen zu bösen Überraschungen führen kann. Den Fall erläutert hier Bernhard Halbetel, Oracle Experte bei SoftwareONE.

„Bei vielen AMD Nutzern ist es schon bekannt und beliebt; nun setzt auch Intel auf die technischen Vorteile, die ein Multichip Layout bietet. Die Rede ist hier von der Intel-Cascade-Lake-Mikroarchitektur Familie von 64-Bit-Mikroprozessoren für Server. Sie ist seit dem Q2 2019 verfügbar. Langsam beginnt sich dieses Produkt am Markt zu etablieren und Raum zu gewinnen. Doch Vorsicht hinsichtlich eines lizenzkonformen Betriebs von Standard Edition 2 Datenbanken! Hier kann sich hier für Unternehmen und Organisationen jeder Art ein gewaltiges, unter Umständen mit hohen Kosten verbundenes Problem entwickeln!
Warum, zeigt ein kurzer Blick auf die technische Seite.

 

Der technische Hintergrund 

Die Mehrkern-Prozessoren mit 4 bis 28 (SP) Kernen stellen die Nachfolger der Intel-Skylake-Mikroarchitektur-basierten Intel-Xeon-Skylake-Prozessoren dar. Sie werden jedoch im Gegensatz zu ihren Vorgängern, obwohl in einem Gehäuse vergossen, aufgrund ihres Layouts von mehreren Prozessor Chips auf einer Platine NICHT als EIN einzelner Prozessor gewertet, sondern – und das ist der Knackpunkt - als eine Anzahl X. 

 

Eine begrenzte Anzahl lizenzieren – bei möglichem Zugriff auf eine unbeschränkte Anzahl? Falsch! 

Hier nun liegt das mögliche Problem. Wird die neue Hardware erworben, ist sie - selbst dann, wenn nur ein einzelner Prozessor benutzt wird - immer so zu lizenzieren, als stünde eine Anzahl X, also eine, nach oben hin vollkommen offene, Anzahl an Prozessoren zur Nutzung zur Verfügung. 
Wer nicht entsprechend lizenziert, würde bei einem Audit unweigerlich mit der entsprechenden, seit 2007 in den Oracle Lizenzverträgen enthaltenen Definition zu Multichip Prozessoren konfrontiert werden. Die kommt hier – nach langen Jahren – zwar erstmals wieder zum Tragen, ist aber leider immer noch recht eindeutig: 

„Bei der Lizenzierung von Oracle Programmen mit Standard Edition 2, Standard Edition One oder Standard Edition im Produktnamen (hiervon ausgenommen sind WebCenter Enterprise Capture Standard Edition, Java SE Abonnement, Java SE Support, Java SE Advanced and Java SE Suite) wird ein Prozessor mit einem belegten Socket gleichgesetzt; bei Modulen mit mehreren Chips hingegen wird jeder Chip mit einem belegten Socket gleichgesetzt.“

Damit haben wir die Situation, dass bei einer Nutzung von Intel-Cascade-Lake Advanced Performance Prozessoren für einen Sockel – 2 Prozessorlizenzen notwendig sind. Des Weiteren wäre bei Maschinen, die mit 2 solcher Prozessoren bestückt sind, dass Lizenzmaxima nicht mehr gegeben und eine Lizenz der Oracle Database Enterprise Edition wäre notwendig.

 

Ein Rechenbeispiel: So teuer kann der Fehler bei der Lizenzierung kommen

Ohne konkrete Listenpreise heranzuziehen, hier ein Rechenbeispiel, dass die finanziellen Dimensionen der wahrscheinlich gutgläubig vorgenommenen, aber dennoch eindeutig falschen Lizenzierung deutlich macht. 
Die bisherige und korrekte Standardlizenzierung war für ca. EUR 15.000 zu haben. 
Wird die neue Hardware mit X Prozessoren installiert, werden für die Enterprise-Lizenzierung rund EUR 45.000 aufgerufen: Allerdings pro Prozessor Kern; heißt also auch, 45.000 multipliziert mit der Anzahl X der vorhandenen Kerne! Daraus können dann, je nach den Gegebenheiten, schnell auch Summen wie EUR 450.000 oder aber auch EUR 4.500.000 werden!  


Der finanzielle Schaden kann also, wie im Beispiel, schnell siebenstellige Dimensionen annehmen. Denn rechtlich ist die Lage eindeutig. 

 

Wie schützt man sich vor Falschlizenzierung mit eventuell unternehmenskritischen Auswirkungen? 


SoftwareONE gibt die dringende Empfehlung, in Zukunft vor jedem Hardware-Upgrade genau zu prüfen, ob der Prozessor zum gewählten Lizenzmodell passt!


Wie gezeigt:  Auch bei einem Upgrade der Infrastruktur mit den besten Absichten, kann der Lizenz- und Kosteneinsatz sich um mehr als das 20-fache erhöhen, sofern man gezwungen ist von Standard Edition Database auf Enterprise Edition Database zu migrieren.“ 


Eine Liste der betroffenen Prozessoren finden Sie hier.


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