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Warum agentische KI zum Kern jeder AI First Strategie werden muss

Nicholas Waxmann
Nicholas WaxmanVP Microsoft Alliances and Programs
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Die Ankündigung der ersten Frontier Suite durch Microsoft Anfang März – einschließlich Microsoft 365 E7, Agent 365 und Wave 3 von Microsoft 365 Copilot – markiert einen entscheidenden Moment für Enterprise KI. Sie ist Microsofts bislang deutlichstes Signal: Die Zukunft der Arbeit ist nicht nur KI-gestützt, sie ist agentisch.

Agentische KI bezeichnet autonome, zielorientierte digitale Agenten, die Kontext verstehen, systemübergreifend koordinieren und Aufgaben ohne menschliche Interaktion ausführen. Mit den neuesten Copilot und Agent 365 Funktionen bereitet Microsoft Unternehmen nun darauf vor, als Agentic-First-Unternehmen zu agieren.

Die für den 1. Mai 2026 angekündigte Veröffentlichung ist weit mehr als ein reines Upgrade: Sie signalisiert den Übergang zu agentischen Systemen, die Kontext verstehen, anwendungsübergreifend zusammenarbeiten und innerhalb des Arbeitsflusses gezielt handeln.

Highlights der Frontier Suite

Microsoft formuliert seine Position eindeutig: Echte Differenzierung entsteht durch Intelligenz plus Vertrauen. Mit Work IQ greifen Copilot und Agenten auf den organisatorischen Kontext zu – von der Art und Weise, wie Menschen zusammenarbeiten, und den Inhalten, die relevant sind, bis hin dazu, wie Arbeit tatsächlich erledigt wird. So entstehen Ergebnisse, die relevanter und verlässlicher sind als rein modellbasierte Lösungen. Ziel ist eine KI, die Arbeit versteht und direkt in die Werkzeuge integriert ist, die Mitarbeitende täglich nutzen.

Wave 3 geht über Chat- und Content-Generierung hinaus und ermöglicht agentische Ausführung direkt im Arbeitsfluss. Copilot ist von Grund auf modelloffen konzipiert und wählt je nach Aufgabe führende Modelle – darunter OpenAI und Anthropic –, ohne Kunden an ein einzelnes Ökosystem zu binden. Aufbauend auf dieser Flexibilität hat Microsoft Copilot Cowork als Research Preview vorgestellt, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Anthropic. Damit hält dieselbe Technologie, die Claude Cowork antreibt, Einzug in Microsoft 365, sodass langlaufende, mehrstufige Aufgaben über Outlook, Teams, Excel und weitere Anwendungen hinweg umgesetzt werden können. Das Ergebnis ist ein praktischer Wandel vom „Sprechen mit“ KI hin zum „Arbeiten mit“ KI.

Wie Copilot die Lücke bei der agentischen Reife schließt

Unternehmen müssen KI von Grund auf neu denken. Doch eine größere Wahrheit lässt sich nicht ignorieren: Die meisten Unternehmen sind noch nicht agentic ready.

Während sich die Technologie rasant weiterentwickelt, befinden sich die entsprechenden Voraussetzungen in Unternehmen noch im frühen Entwicklungsstadium. Datenfundamente, bereichsübergreifende Bereitschaft, Betriebsmodelle sowie der kulturelle Wille zur KI-getriebenen Transformation benötigen weiterhin gezielte Weiterentwicklung – eine Entwicklung, die nur erfahrene Partner wirksam beschleunigen können.

Viele Organisationen sehen sich bereits mit herausfordernden Fragen konfrontiert:

  • Wie können wir nachvollziehen, was Agenten tun?
  • Verfügen sie über die richtigen Zugriffsrechte? 
  • Besteht das Risiko, dass sie sensible Informationen preisgeben?
  • Wie lassen sich diese Agenten im großen Maßstab managen und absichern?

Diese Bedenken nehmen mit der zunehmenden Verbreitung agentischer KI weiter zu. IT, Sicherheits  und Business Verantwortliche benötigen eine einheitliche Sichtbarkeit sowie geschlossene Lücken bei Governance und Kontrolle. Genau hier kann die Frontier Suite ihren Mehrwert entfalten:

1. Agent 365 verschiebt die Maßstäbe für Kontrolle und Governance

Agentische KI erfordert identitätsbewusste digitale Entitäten, durchgängige Transparenz sowie die Fähigkeit, das Verhalten von Agenten zu steuern. Die meisten Organisationen stehen beim Aufbau dieser Grundlagen noch ganz am Anfang. Mit diesem Release führt Microsoft Agent 365 gezielt ein, um genau diese Lücke zu schließen und IT , Sicherheits  und Business Teams vollständige Transparenz über Verhalten, Zugriffe, Performance und Risiken von Agenten zu geben. Agent 365 steuert alle Agenten in der gesamten Umgebung, einschließlich der von Drittanbietern. Dadurch erhalten IT , Sicherheits  und Fachverantwortliche Einblick, welche Agenten existieren, was sie tun, wer auf sie zugreifen kann und welche Risiken sie potenziell mit sich bringen. So werden Lücken geschlossen, die Agenten-Wildwuchs und Schattenautomatisierung bislang schwer erkennbar machten.

Genau deshalb bietet die Bündelung agentischer Intelligenz und Governance innerhalb der Frontier Suite einen entscheidenden Vorteil. Statt Unternehmen dazu zu zwingen, mehrere Einzellösungen miteinander zu verknüpfen, entsteht ein kohärentes, integriertes System, das Governance konsistenter, nachhaltiger und operativ umsetzbar macht. Indem Work IQ, Copilot, Agent 365 und Sicherheitsfunktionen auf Enterprise-Niveau in einem einheitlichen Framework zusammengeführt werden, versetzt Microsoft Organisationen in die Lage, einheitliche Richtlinien durchzusetzen, Verhaltensweisen zentral zu überwachen und agentische KI mit derselben Disziplin zu steuern wie jedes andere geschäftskritische Enterprise-System.

2. Kompetenzlücken bestehen weiter, Copilot beschleunigt jedoch den Kompetenzaufbau

Viele Unternehmen bauen derzeit noch Kompetenzen in Bereichen wie Prompt Engineering, Workflow Design, Automatisierungsmodellierung und Daten Readiness auf. Das Design von Copilot trägt dazu bei, diese Lücken zu schließen, indem es agentische Arbeit direkt in den Werkzeugen zugänglich macht, die Mitarbeitende bereits nutzen – darunter Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams – und dabei auf eine intuitive Kontextverankerung setzt.

3. Die organisatorische Bereitschaft zur Transformation variiert stark

Agentische KI verändert die Art und Weise, wie Arbeit ausgeführt wird. Sie stellt bestehende Prozesse infrage, verändert Rollenbilder und erfordert sowohl Rückhalt auf Führungsebene als auch kulturelle Bereitschaft. Microsofts agentischer Ansatz ist auf eine schrittweise, gut steuerbare Transformation ausgelegt und ermöglicht es Teams, KI in einem Tempo und Umfang zu übernehmen, die ihrer jeweiligen Reife und Veränderungsbereitschaft entsprechen.

Wie wir Sie dabei unterstützen, agentic ready zu werden

SoftwareOne versteht sich als zentraler Umsetzungspartner und pragmatischer Berater. Als einer der ersten Partner mit dem Microsoft Frontier Partner Badge – einer Auszeichnung für Organisationen, die KI ins Zentrum ihrer Arbeitsweise stellen und Kunden fortgeschrittenen KI-Mehrwert liefern – unterstützt SoftwareOne Unternehmen dabei, Absichten in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. Dazu gehört die praxisnahe, schrittweise Einführung von Copilot und agentischen Funktionen, mit dem Ziel, Vertrauen, organisatorische Reife und messbaren Nutzen in jeder Phase aufzubauen.

Unsere Erfahrung zeigt, dass die meisten Unternehmen Copilot und agentische KI zwar einführen möchten, bislang jedoch nicht über die erforderliche Reife, Kontrollmechanismen, Kompetenzen oder das notwendige Transformationsverständnis verfügen. Der Copilot Advisory Service von SoftwareOne wurde gezielt entwickelt, um diese Lücken zu schließen. Wir unterstützen Sie dabei:

Governance, Kontrollmechanismen und KI-Readiness etablieren

SoftwareOne stellt sicher, dass Unternehmen über die notwendigen Datenfundamente, eine geeignete Identitätsarchitektur, wirksame Risikokontrollen und Transparenzstrukturen verfügen, die für agentische KI erforderlich sind.

Microsoft 365 Copilot implementieren

Wir unterstützen bei der Einführung von Copilot in Word, Excel, Outlook, PowerPoint, Teams und weiteren Anwendungen und stellen sicher, dass Kontextverankerung, Governance und Workflow-Integration echten Mehrwert liefern.

Die benötigten Kompetenzen aufbauen

SoftwareOne unterstützt den Aufbau von Fähigkeiten in Bereichen, in denen viele Unternehmen heute noch Defizite haben, darunter:

  • KI Governance
  • Automatisierungsdesign
  • Management des Agenten-Lebenszyklus
  • Einführung und Change Enablement

Komplexität bei KI  und Copilot Lizenzierung bewältigen

Mit der schnellen Erweiterung von Microsofts KI Lizenzportfolio steigt das Risiko von Überlizenzierung. SoftwareOne unterstützt Unternehmen dabei, genau die benötigten Lizenzen zu erwerben und Kosten zu optimieren.

Agentische Workflows entwerfen und skalieren

Wir begleiten Unternehmen bei der Identifikation besonders wertschöpfender agentischer Anwendungsfälle und bei der Entwicklung konkreter Umsetzungs-Roadmaps auf dem Weg zu einem vollständig agentischen Unternehmen.

Überlegungen für Ihre agentische Zukunft

Microsoft 365 E7 führt zwar einen leistungsfähigen, einheitlichen agentischen Technologie Stack ein, ist jedoch nicht für jede Organisation die wirtschaftlich richtige Wahl. E7 ist mit 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat beziehungsweise 90,45 US-Dollar ohne Teams bepreist und bündelt Sicherheitsfunktionen auf M365 E5 Niveau, Microsoft 365 Copilot, Agent 365 sowie zusätzliche Governance Funktionen in einer einzigen Lizenz.

Für einige Organisationen vereinfacht dieses All-in-Modell die Beschaffung, reduziert den administrativen Aufwand für die Verwaltung mehrerer SKUs und kann kosteneffizienter sein als der separate Erwerb einzelner Add-ons. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die bereits stark in agentische Workflows investieren oder in Copilot Chat umfangreiche Mengen nutzungsbasierter Agenten einsetzen, bei denen sich verbrauchsabhängige Kosten schnell summieren können.

Allerdings benötigt nicht jedes Unternehmen die vollständige Frontier Suite, um Mehrwert zu erzielen. Organisationen mit einer ausgereiften E3  oder E5 Basis, aber ohne breiten agentischen Bedarf, können feststellen, dass es wirtschaftlich sinnvoller ist, bei ihren bestehenden Lizenzen zu bleiben und Agent 365 als Add on zu erwerben. Dies betrifft insbesondere Unternehmen, die Copilot zunächst mit begrenzten Nutzergruppen pilotieren, einen geringeren Automatisierungsbedarf haben oder deren KI Strategie auf einzelne Funktionen statt auf eine unternehmensweite Einführung ausgerichtet ist.

Umgekehrt zählen folgende Unternehmen zu denjenigen, die voraussichtlich den größten Nutzen aus E7 ziehen:

  • Große Unternehmen, die Copilot in hohem Maßstab einsetzen, bei denen eine konsolidierte Lizenzierung Governance vereinfacht und fragmentierte Ausgaben reduziert.
  • Organisationen mit hohem Volumen agentischer Workflows, bei denen der separate Bezug von Copilot, Agent 365, Entra und Sicherheits Add ons die Kosten von E7 übersteigen würde.
  • Unternehmen, die einen Vertrag, eine SKU und eine einheitliche Compliance-Grenze anstreben, um Audits, Prognosen und Budgetplanung zu vereinfachen.

Kurz gesagt bietet E7 den größten wirtschaftlichen Nutzen für Organisationen, die agentische KI in großem Maßstab produktiv einsetzen wollen. Andere Unternehmen können hingegen mit einer strategisch kombinierten Lösung aus E3 beziehungsweise E5, Copilot und Agent 365 einen besseren Gegenwert und mehr Flexibilität erzielen.

Unsere Einschätzung: Agentic first ist das nächste Arbeitsmodell

Die Entwicklung hin zu agentischer KI ist kein theoretisches Zukunftsszenario, sondern ein operativer Wandel, der sich mit der Frontier Suite von Microsoft bereits vollzieht. Für die meisten Organisationen stellt sich daher nicht mehr die Frage, ob sie agentische Fähigkeiten einführen sollten, sondern wie schnell sie ihre Umgebung so weiterentwickeln können, dass sie davon profitieren.

Organisationen, die diese Investitionen bereits heute tätigen, sind am besten positioniert, um deutliche Fortschritte bei Produktivität, Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsstärke zu erzielen, sobald agentische KI zum neuen Standard der Arbeitsweise wird. SoftwareOne unterstützt Unternehmen dabei, diesen Übergang klar strukturiert, kontrolliert und mit der nötigen Sicherheit zu gestalten, vom frühen Erkunden bis hin zu wirksamen, unternehmensweiten Ergebnissen.

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Was nötig ist, um agentic first zu werden

Sprechen Sie mit unseren Expertinnen und Experten, um zu erfahren, wie Ihr Unternehmen Copilot und agentische KI einsetzen kann, um Arbeitsweisen gezielt weiterzuentwickeln.

Was nötig ist, um agentic first zu werden

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Autor

Nicholas Waxmann

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VP Microsoft Alliances and Programs