Bildrechte

Ihre Optionen im Lizenz-Dschungel von Adobe Stock

Bildrechte – Ihre Optionen im Lizenz-Dschungel von Adobe Stock

Im Netz finden sich zahllose Fotos oder Videos - ob in speziellen Bilderportalen oder bei simplen Suchmaschinen. Gerade in Zeiten von Facebook & Co ist die Versuchung groß, einfach ein Bild aus dem Web zu kopieren und für eigene Zwecke zu verwenden. Aber Vorsicht: Ein falscher Klick kann ausgesprochen kostspielig werden. Schließlich ist geistiges Eigentum – und dazu zählen unter anderem Bilder und Videos - mit dem deutschen Urheberrechtsgesetz umfassend geschützt. Wir beleuchten die Lizenz-Möglichkeiten von Adobe Stock genauer und zeigen die Besonderheiten auf.

Die Herausforderungen bei Bildrechten

Ein Untersagen ist schwer, da man diese Vorgehensweise in der Regel mit technischen Mitteln der IT nicht kontrollieren oder gar unterbinden kann.

Daher schließen Firmen mit Bildanbietern diverse Verträge ab, welche auf Credits, Einmalkauf oder auch Abo basieren. Das Problem in dieser Vorgehensweise liegt jedoch darin, dass mehrere Personen oder Abteilungen Bilder & Co beschaffen. Meist existieren in Fachabteilungen Kreditkarten und jede schließt für nur seinen Bereich einen Vertrag mit einem Hersteller seiner Wahl ab. Die Folgen sind vielzählig, wie zum Beispiel:

  • Bilder dürfen zu Teilen nicht im Web genutzt werden.
  • Manche Bilder wiederum sind für Print nicht zugelassen.
  • Nur derjenige, der lizenziert hat, darf die Bilder auch verwenden – keine Nutzung im Team.
  • Eine Archivierung ist nicht erlaubt.
  • Es entsteht ein erhöhter Aufwand für die Buchhaltung durch viele Kreditkartenabrechnungen.

Schnell wird klar, dass es sich hier um nichts Anderes handelt als um Lizenzrecht, das gesteuert und beaufsichtigt werden muss.

Im folgenden Beitrag werde ich mich ausschließlich auf die Lösung von Adobe, Namens Adobe Stock, beziehen und wie damit oben genannte Probleme gelöst werden können. Wir schauen uns Möglichkeiten an, wie man überhaupt ein Bild, Adobe spricht gern von Assets, beziehen kann. Und schnell merkt man: Willkommen im Lizenz-Dschungel. 

Ihre Möglichkeiten im Lizenz-Dschungel von Adobe

Folgende Entscheidung müssen Sie im Vorfeld treffen:

  • Abo oder Credits
  • Standard, Enhanced oder Extended-License
  • Team- oder Enterprise-Funktionen für die Administration

Bei einem Abo stehen Ihnen jeden Monat neue Credits, welche für bestimmte Inhalte genutzt werden können, zur Verfügung. Dies gibt es in einem 10er, 40er und 750er Abo. Bei den ersten beiden werden diese bei Nichtnutzung in den Folgemonat und bei Verlängerung ins Folgejahr übertragen. Bei dem 750er verfallen diese jeden Monat. Bei diesem Abo erwerben Sie nur Standardrechte. So ist zum Beispiel die Nutzung für Print auf 500.000 begrenzt, es dürfen maximal zehn Personen damit arbeiten und Merchandise ist untersagt. Zudem haben Sie bei dem Abo nicht die Möglichkeit Premium Assets wie Fotos von Starfotografen oder auch Videos zu lizenzieren. Das Abo ist die kostengünstigste Variante, Bilderrechte zu erwerben – eine Kontrolle, ob die Rechte von den Nutzern eingehalten werden, ist fast nicht möglich.

Daher gibt es Credits ohne Abo. Sie erwerben eine gewisse Anzahl an Credits, welche für Assets aller Art eingesetzt werden können – auch bezeichnet als Extended-License. Die Beschränkung der Prints entfällt, der Nutzerkreis ist unbegrenzt und Sie können auch Premiuminhalte und Videos lizenzieren. Die Pakete sind teurer als das einzelne Credit im Abo – dafür sind diese fast mit Rundum-Sorglos-Rechten versehen.

Bei beiden oben genannten Varianten haben Sie jedoch noch immer keine Steuerungsmöglichkeit darüber, wer im Unternehmen diese Credits und in welcher Anzahl verwenden darf. Schnell kann es passieren, dass Personen die Credits durch die Lizenzierung mehrerer HD-Videos verbrauchen. Ein 4K Video verlangt zum Beispiel 20 Credits. Wenn Sie dafür bei der Beschaffung 20 Bilder geplant haben, stehen diese nun nicht mehr zur Verfügung und eine Nachbeschaffung muss erfolgen. 

Um dieser Problematik vorzubeugen, können Sie die Credits mit Extended-License mit Enterprise-Funktionen versehen. Ihnen steht dann ein Dashboard zur Verfügung, in dem Sie genau steuern können, wer welche und wie viele Credits nutzen darf. Außerdem haben Sie Zugriff auf  ein Reporting, um die verbrauchten Credits intern den Verbrauchern in Rechnung zu stellen.

Diese Art der Lizenzierung ist die preisintensivste, die Adobe anbietet. Um nicht zu sagen, die übertrieben teuerste Variante. Nichtsdestotrotz ist dies die Variante, in der man nach dem Kauf keinerlei Arbeit hat, um die Rechte zu verwalten.


Adobe Stock Preis- und Rechteüberblick (Quelle: SoftwareONE)

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bildrechte auf jeden Fall eine Aufgabe des Lizenzmanagements sein sollte. Bei der Auswahl der Varianten sollte jedoch drauf geachtet werden, dass Preis und Leistung in einem guten Verhältnis stehen. Daher betrachte ich die Variante der Credit-Packs mit Extended-License und Teamfunktionen als die derzeitig beste Möglichkeit. 

Nachholbedarf hat Adobe aktuell noch in der Bereitstellung der einzelnen Varianten in den verschiedenen Lizenzprogrammen. Nicht alle Varianten sind in allen Programmen verfügbar.

 

   Standard License Team  Extended License Team  Standard License Enterprise  Extended License Enterprise
 VIP Team  ja  ja  nein  nein
 VIP Enterprise  ja  ja  nein  nein
 ETLA  nein  nein  ja  ja

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Autor

Tobias Hübner

Principal License and Contract Specialist

 

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