Adobe Lightroom:

Mein Garten von oben

Wie man Drohnen-Aufnahmen dank Adobe Lightroom einfach zu einem perfekten Panorama stitchen kann

Panoramen und Fotos aus der Vogelperspektive gehören heute zum guten Ton in Filmen und Publikationen. Dank Adobe Lightroom können solche Drohnenfotos kinderleicht zu eindrucksvollen Streifen montiert werden – sie sind eine ideale Ergänzung für Präsentationen und sorgen für eine ungewöhnliche Perspektive. Ein Garten-Blogger erzählt:

Ein Oktober-Nachmittag zwischen Hecken, Hochbeeten und Himbeeren. Zeit für die letzte Geschichte im Garten-Blog, bevor der Winter hereinbricht. Um den grauen Herbsttag aufzupeppen, habe ich mich mit Kameramann Christian Kortüm verabredet, der das Zeug für großes Kino hat: Drohne, Panoramamodus, Zeitraffer. Mit seiner Technik können wir meine kleine Gartenwelt heute aus einer ganz anderen, ungewöhnlicheren Perspektive betrachten: aus der Vogelperspektive.

Abbildung 1: Sven Heitkamp in seinem Garten, Foto: Kortüm

Mit theatralischem Brummen und Surren hebt die Drohne vom Gartentisch ab, auf dem Display der Fernsteuerung verfolgen wir die Welt von oben. Mit dem Panoramabild aus der Luft will ich meinen Leserinnen und Lesern ein ganz neues Gesamtbild meiner überschaubaren Schreber-Oase vermitteln. Es soll der Hingucker zum Jahresabschluss werden. Die Erde aus der Sicht bei einer Ballonfahrt.

Abbildung 2: Die Drohne, Foto: Kortüm 

Nach drei Copter-Flügen haben wir die Bilder auf der Festplatte. Und ehe es dunkel wird, setzen wir die Feinarbeit, das Stitchen der Bilder, im Büro fort. Aus 21 einzelnen Drohnenfotos der Drohne, die Ausschnitte des Panoramas zeigen, setzen wir eine großformatige Fotografie zusammen. 

Abbildung 3: Im Büro, Foto: Kortüm

Christian bearbeitet das Rohmaterial am liebsten in Adobe Lightroom. Die Panorama-Funktion gehört zu den Highlights der Software. „Das Schöne an dem Programm ist, dass es mit wenigen Klicks leicht zu handhaben ist. Trotzdem erreicht man eine bestechende Qualität und die höchste Auflösung“, sagt er. Schon der Einstieg in die Bildbearbeitung fällt leicht: Der Copter hat für jede Panorama-Aufnahme einen eigenen Ordner angelegt, den wir im Importfenster von Adobe Lightroom sofort wiederfinden.

Nach dem Import auf die Festplatte markieren wir alle 21 Bilder in der Bibliothek und wählen mit der rechten Maustaste in der Auswahl „Zusammenfügen von Fotos“ sowie im Drop-up-Menü die Funktion „Panorama“. Alternativ funktioniert auch der Tastatur-Kurzbefehl Ctrl+M. Nach einigen Sekunden hat das mächtige Tool die erste Rohfassung des Gesamtbildes automatisch zusammengesetzt, das Panorama ploppt in einem neuen Fenster auf. Allerdings weist das Bild durch die natürliche Randverkrümmung noch wellenförmige weiße Ränder auf – wie bei der Weltkugel im alten Schulatlas.

Abbildung 4: Zusammengesetztes Bild, Foto: Kortüm

Lightroom ermöglicht uns nun, bei den Projektionen zwischen drei Optionen zu wählen: Kugelförmig, zylindrisch oder perspektivisch. Wir entscheiden uns für kugelförmig, weil die schwebende Drohne von einem Punkt aus im Halbkreis fotografiert hat. Zudem bearbeiten wir die Randverkrümmung mit dem dafür vorgesehenen Schieberegler, damit weniger weiße Ränder stehen bleiben und bei der Bearbeitung weniger vom Bild verloren geht. Dank der Funktion „Automatisches Freistellen“ lassen wir auch die letzten weißen Ränder verschwinden und haben nun das vollständige Bild vor uns. Nur von der Option „Weiße Kanten automatisch füllen“ lassen wir lieber die Finger: Lightroom würde damit Himmel und Landschaft, die real gar nicht existieren, aus dem vorhandenen Foto duplizieren und ergänzen – wie beim Kopierstempel.

Schließlich bearbeiten wir noch die Bildqualität mit der Funktion „Automatische Einstellung“. Damit nimmt Lightroom selbstständig eine Farbkorrektur vor. Der Garten leuchtet nun in schöneren Farben als es dieser graue Tag überhaupt hergab. Mit der Funktion „Stapel erstellen“ legen wir sicherheitshalber die 21 Einzelfotos hinter der Panoramadatei ab. So bleiben die Originalbilder für eine spätere Bearbeitung erhalten. Mit einem Klick auf den Button „Zusammenfügen“ wird schließlich das finale Panoramabild erstellt: Ein eindrucksvolles Foto meines Gartens, das ich nun mit Adobe Photoshop weiter nach Belieben verfeinern und beschriften kann.

Abbildung 5: Das fertige Bild

Zum Abschluss des Tages erstellen wir außerdem noch ein Hyperlapse. Dafür hat Christians Drohne 300 Fotos der Gartenlandschaft in acht Minuten erstellt und sich dabei jeweils zehn Zentimeter pro Sekunde in eine Richtung fortbewegt. Diese Bildserie, die wie ein Zeitraffer wirkt, können wir in Adobe After Effekts als RAW-Dateien importieren, zusammenfügen und bearbeiten.

Abbildunt 6: Clip wird aus RAW Files zusammengesetzt, Foto: Kortüm 

Das Besondere dabei: Mit dem Tool „Camera-Raw“ müssen wir nur eine Rohdatei bearbeiten. Alle 299 anderen Bilder werden nach den gleichen Einstellungen im Stapel bearbeitet.

Abbildung 7: RAW Einstellungen, Foto: Kortüm

Über den Befehl „Exportieren“ fügen wir die Komposition schließlich zum Adobe Media Encoder hinzu. Das Programm setzt aus den einzelnen Fotos einen fertigen Film zusammen. Den kleinen Streifen lassen wir später auf der Startseite des Gartenblogs laufen – in einer Acht-Sekunden-Endlosschleife.

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Autor

Sven Heitkamp

Freier Journalist, Reporter und Texter

Leipzig-Korrespondent der Sächsischen Zeitung

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