Und es geht doch.
Office 365 Pro Plus auf Ihrem Windows Server 2019

Wie Office 365 Pro Plus auf Ihrem Windows Server 2019 unterstützt wird

  • Sabrina Rohenroth
  • User Productivity, Publisher Advisory
  • Office 365 ProPlus, Office 365, Windows Server

Und nun? Das fragt man sich, wenn man die Entscheidung von Microsoft liest: Office 365 Pro Plus wird auf dem neuen Windows Server 2019 nicht unterstützt. Doch welche Optionen bleiben, wenn man dennoch die neueste Technologie nutzen möchten? Unsere Autorin Sabrina Rohenroth, Lizenzspezialistin, hat sich das auch gefragt und kommt glücklicherweise zu dem Schluss: Es geht doch!

Was genau ist das Problem?

Die wichtigste Botschaft zuerst: Office365 Pro Plus wird auf dem Windows Server 2019 nicht unterstützt. Deutlich wird dies in den so genannten System Requirements für O365 Pro Plus, in denen Windows Server 2019 nicht aufgeführt wird. Und dies stellt damit alle Kunden vor ein Problem, die den neuesten Windows Server 2019 nutzen möchten, um ihr Office 365 Pro Plus auf dem Server remote bereitzustellen möchten.

Screenshot System Requirements for Office 365 ProPlus
Abb. 1: Screenshot System Requirements für Office 365 Pro Plus, Quelle: Microsoft

Die System Requirements von O365 Pro Plus halten jedoch noch eine weitere Überraschung bereit. Denn spannenderweise wird Office 365 Pro Plus auf älteren Windows Server Versionen sehr wohl unterstützt – wobei der Support auf dem Windows Server 2016 im Oktober 2025 endet. Die Lösung, O365 Pro Plus auf einem Windows Server 2016 virtualisiert bereit zu stellen, ist somit nicht von großer Dauer.

Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass diese Einschränkung sich nicht in der Click-2-Run-Installationsmethode von O365 Pro Plus begründet. Denn auch ein Office 2019 wurde mittlerweile auf diese Installationsmethode umgestellt – die On-Premises-Variante von Office kann jedoch durchaus auf einem Windows Server 2019 virtualisiert remote bereitgestellt werden.


Muss man nun zwingend auf einen alten Server wechseln?

Bei einem ersten Blick auf die System Requirements von O365 Pro Plus ergeben sich für Kunden damit aktuell nur zwei Möglichkeiten, um Office zu virtualisieren und remote bereitzustellen:

  • Die Kombination der neuesten Windows Server Version 2019 mit einem Office 2019 On-Premises oder
  • Die Bereitstellung eines Office 365 Pro Plus auf einem Windows Server 2016 oder älter

Eine Möglichkeit, Office 365 auf Windows Server 2019 einzusetzen, gibt es also auf den ersten Blick nicht. Und auch der Wechsel auf den Windows Server Semi-Annual-Channel (SAC) ist keine Lösung, da hier mangels grafischer Benutzeroberfläche (GUI) keine Virtualisierung von Applikationen möglich ist.


Der zweite Blick – und es geht doch!

Für Kunden, die Cloud-Technologien mit moderner Server Infrastruktur in einer hybriden Umgebung kombinieren wollen, sind die oben dargestellten Optionen natürlich nur bedingt zufriedenstellend.

Die gute Nachricht : Es gibt tatsächlich doch eine Möglichkeit, Office 365 Pro Plus und Windows Server 2019 zu kombinieren. Dies bedarf jedoch einer Umstellung bzw. eines Workarounds, der sich erneut aus den System Requirements von O365 Pro Plus ergibt.

Screenshot System Requirements for Office 365 ProPlus
Abb. 2: Screenshot System Requirements für Office 365 Pro Plus, Quelle: Microsoft

Hier fehlt zwar der Windows Server 2019, jedoch ist das Betriebssystem Windows in unterschiedlichen Versionen aufgeführt. Während es also nicht möglich ist, O365 Pro Plus direkt auf einem Windows Server 2019 zu virtualisieren, besteht durchaus die Option, das Betriebssystem Windows auf dem Windows Server 2019 bereit zu stellen – und auf diesem wird dann wiederum Office 365 Pro Plus unterstützt.

Durch den Wechsel von einer virtualisierten remote bereitgestellten Applikation auf einen virtuellen Desktop und eine VDI Umgebung, kann man also O365 Pro Plus mit Windows Server 2019 kombinieren.

Eine weitere Möglichkeit bietet – zumindest in der Zukunft – der Azure Service „Windows Virtual Desktop“, der vermutlich ab 2019 verfügbar sein wird. Vereinfacht gesprochen handelt es sich hierbei um eine virtuelle Desktopumgebung für Windows und Office, welche als Managed Service in Azure bereitgestellt wird. Neben den Vorteilen eines Cloud-Dienstes bietet dieser Service noch ein weiteres spannendes Feature, die so genannte „Multi-User Windows 10 Experience“, bei der sich mehrere Benutzer einen virtuellen Desktop „teilen“. Da „Windows Virtual Desktop“ speziell für die Verwendung mit O365 Pro Plus optimiert ist, kann auch mit diesem Service ein O365 Pro Plus virtualisiert bereitgestellt werden – allerdings aus der Microsoft Cloud.


Vorsicht vor lizenzrechtlichen Fallen

Alle oben dargestellten Bereitstellungsoptionen haben nicht nur technische, sondern auch lizenzrechtliche Konsequenzen.

So erfordert die Virtualisierung von O365 Pro Plus innerhalb eines virtuellen Desktops neben den Windows Server Lizenzen und CALs nicht nur eine O365 Pro Plus Lizenz und eine RDS CAL, sondern eben auch eine Windows oder VDA Lizenz – entweder mit aktiver SA oder in einer aktiven Subscription. Besondere Vorsicht gilt hierbei für Lizenzen, die über CSP erworben wurden, denn die in diesem Programm verfügbaren Lizenzen gestatten eine Virtualisierung des Betriebssystems nur auf in Azure gehosteten Servern.

Beim „Windows Virtual Desktop“ ist es nach aktuellem Stand ein Nachteil, dass nur Windows Enterprise Lizenzen für diesen Service berechtigen. Für Thin Clients – die nach den aktuellen Lizenzbestimmungen ja nur mit einer VDA Lizenz ausgestattet werden können – bietet „Windows Virtual Desktop“ nach dem aktuellen Stand also keine Lösung. Da der Service aber erst 2019 verfügbar wird, kann sich an den Lizenzierungsvoraussetzungen aber durchaus noch etwas ändern.

Lizenzrechtlich nicht compliant ist es, statt einem Office 365 Pro Plus ein Office 2019 auf dem Server bereit zu stellen – zumindest wenn keine Office On-Premises-Lizenzen vorhanden sind. Hierbei gilt es besonders vorsichtig zu sein, wenn die M365 From SA Lizenz erworben wurde. Diese gestattet zwar aktuell noch die Nutzung von Office Professional Plus, aber eben nur als lokale Kopie zur Nutzung durch den lizenzierten Nutzer – eine Bereitstellung auf einem Terminalserver ist damit lizenzrechtlich nicht compliant.

Allen, die aktuell eine virtuelle Bereitstellung von Office auf Windows Server 2019 planen und sich gleichzeitig den Weg zu O365 Pro Plus offenhalten wollen, sei deshalb noch einmal die Option der Add-On-Lizenzen ins Gedächtnis gerufen. Diese bietet sowohl die vollen Nutzungsrechte für Office 2019 On-Premises inklusive der Bereitstellung auf Terminal Servern, als auch das Recht, Office 365 Pro Plus zu nutzen. Damit sind also alle technischen Optionen rund um die Virtualisierung auf Windows Server 2019 in Bezug auf Office lizenzrechtlich abgedeckt.


Das Fazit

Alles in allem zeigt die Thematik rund um Windows Server 2019 und Office 365 ProPlus, dass Microsoft immer wieder für ein Kopfschütteln gut ist. Doch auch wenn die Marschrichtung klar Richtung Cloud zeigt, gibt es für die meisten Themen – zumindest aktuell – immer noch Workarounds und Lösungsoptionen, sofern man denn die lizenzrechtlichen Stolpersteine beachtet.

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Alle Informationen im Überblick
  • Donnerstag 17 Jänner 2019

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Autor

Sabrina Rohenroth Microsoft Licensing Expert

SoftwareONE Blog Guest Author

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