Citrix ADC / Netscaler

Was genau ist das? 

  • 09 Juni 2020

Von den Vorteilen von Citrix generell braucht man eigentlich niemanden zu überzeugen: Nach eigenen Angaben des Herstellers nutzen aktuell über 100 Millionen Anwender in 400.000 Unternehmen, darunter 99% der Fortune 500, Citrix. Dennoch tauchen natürlich immer wieder Fragen zu einzelnen Produkten auf. Wie etwa zum ADC / Netscaler. Was genau ist das? Da dieses Produkt historisch gewachsen ist, kann man diese Frage allerdings gar nicht in einem Satz beantworten. Michael Kappelt, Citrix-Experte bei SoftwareONE, nähert sich - im Vorfeld des am 30. Juni anstehenden Webinars - dem Thema schon einmal in unserem Interview. 

 

ADC / Netscaler - was ist das?
„Eine kurze Antwort darauf gibt es nicht. Der ADC / Netscaler ist sehr vieles ineinander vereint. Durch die Tatsache, dass das die Appliance historisch gewachsen ist, würde man sie heutzutage als ‚All-in-One‘ Appliance bezeichnen – mit dem ‚alten‘ Netscaler als Basis.“

 

Was war der ‚alte‘ Netscaler?
„Die meisten kennen ihn sicherlich noch und verbinden damit Funktionen wie Load-Balancing und dem Citrix Gateway. Dabei ist der Netscaler noch viel mehr. Vorab sei allerdings noch gesagt, dass der Netscaler vor zwei Jahren in ADC – kurz für Application Delivery Controller - umbenannt wurde. Allerdings zeigt die Praxis, dass jeder Administrator, der beispielsweise mit der CLI arbeitet, nach wie vor vom Netscaler spricht.

 

Michael, Du sagtest, der Netscaler ist noch mehr. Was genau?
Der Netsacler ist ein Multitalent: Er kann als Router dienen, das SSL-Offloading übernehmen, Ciphers entschlüsseln, HTTP Optimierungen und Redirecting ausführen sowie die Zwei-Faktor-Authentifizierung – um hier nur die wichtigsten Features zu nennen.“

 

Mit welcher Produkt-Edition kann ich welche Features nutzen?
„Diese Frage bekomme ich extrem oft erstellt. Deshalb habe ich eine kurze und knappe Übersicht mit den wichtigsten Features angefertigt:


Was ist Deine Einschätzung? Was nutzen die meisten Kunden?

„Die beliebteste Edition ist mit Abstand die Advanced Edition. Diese bietet die Möglichkeit des Clusterings, der Zwei-Faktor-Authentifizierung, des Load-Balancing, Citrix Gateway und viele weitere, nützliche Features. Wie schon gesagt. Ein Multitalent. Aber – wie in der Tabelle schon beschrieben – unbedingt immer die neue Sache mit der Universal-Lizenz beachten!“

Webinar: Citrix Application Delivery Controller für hybride Multi-Cloud-Umgebungen

In unserem Webinar geben wir einen umfangreichen Überblick zu Citrix ADC. Wir gehen darauf ein, wie es die Multi-Cloud-Migration vereinfacht und zeigen auf, wie Sie durchgängige Anwendungssicherheit erzielen können.

Zum Webinar anmelden

Welche Versionen [Hardware / Software] gibt es und wo drin bestehen die Unterschiede?

Auch hierfür habe ich eine kurze Übersicht erstellt:

Die VPX, MPX und SDX sind die bekanntesten Netscaler. Die VPX ist eine reine virtuelle Instanz. Perfekt geeignet für das Load-Balancing sowie für den Einsatz des Citrix Gateways.

Die MPX ist allgemein meine persönliche Empfehlung. Hardware, XenServer sowie Netscaler in einer Appliance vereint. Dies bringt viele Vorteile mit sich. Jede Appliance hat eine extrem Hohe Performance durch seine spezielle Hardware. Grade im Web-Server Bereich ist diese Appliance unschlagbar. Da durch das Hardware, Hypervisor und Netscaler auf einer Appliance vereint sind, ist das Troubleshooting auch wesentlich einfacher.

Die SDX hingegen ist der große Bruder von der MPX. Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine Hardware Appliance mit großer Performance. So viel Performance das tatsächlich dutzende virtualisierte Netscaler auf einer Appliance betrieben warden können. Entwickelt wurde diese Appliance für Rechenzentrumsbetreiben. Sie zieht aber immer mehr auch in “normale” Unternehmen ein. Jede virtualisierte Instanz ist automatisch eine Premium Edition.

 

Lizenzierung
Abgesehen von der Edition ist die Anzahl der “Universal Lizenzen” zu berücksichtigen.


Pooled Capacity ist noch eine Lizenzierungsform für Netscaler die leider viel zu wenig genutzt wird. Bei dieser Lizenzierung wird lediglich der Datendurchsatz lizenziert. Das bedeutet, erwirbt man eine Appliance die bspw. eine 50 Gbit Netzwerkkarte verbaut hat, so kann man hiervon wie in meiner Übersicht zu sehen nur 20 Gbit lizenzieren. Dies hat einen großen wirtschaftlichen Vorteil und man ist wesentlich flexibler. Man kann natürlich im Nachgang jederzeit sagen, ich möchte bitte mehr Bandbreite lizenzieren. Eine weiterer wirklich toller Nebeneffekt ist man kann mehreren Netscalern quasi einen Pool an Bandbreite zur Verfügung stellen. Das heißt Netscaler-Nr. 1 zieht sich 5 Gbit Bandbreite und Netscaler-Nr. 2 zieht sich 10 Gbit Bandbreite. Diese Verhältnisse sind vollkommen flexible und macht es deshalb auch sehr interessant.

 

Beispiel Architektur für 6.000 User

In diesem Beispiel haben wir die maximale Ausfallsicherheit erreicht!

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